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Der Energiemarkt ist groß und kompliziert. Unser Energielexikon bietet Ihnen einen ersten Überblick über wichtige Themen der Energiewelt.

Abschaltverordnung

Die Abschaltverordnung richtet sich an stromintensive Industrieprozesse, die abgeschaltet oder gedrosselt werden können, wenn eine Stabilisierung des Stromnetzes erforderlich ist. Mit dieser am 1.1.2013 in Kraft getretenen Verordnung will die Bundesregierung die Versorgungssicherheit in Deutschland fördern. Unternehmen, die sich dazu bereit erklären, ihre Prozesse im Fall von Stromengpässen zu stoppen, erhalten eine jährliche Bereitschaftsvergütung.

Ausgleichsenergie

Ausgleichsenergie ist die Energie, die in einem Bilanzkreis die Stromprognose über- oder unterschreitet. Wurde für einen Bilanzkreis z.B. ein Verbrauch von 100 MW prognostiziert, es werden aber 110 MW verbraucht, werden 10 MW Ausgleichsenergie benötigt. Wenn in einem anderen Bilanzkreis der gleichen Regelzone ein Verbrauch von 100 MW prognostiziert wurde und nur 90 MW verbraucht werden entsteht ein Überschuss von 10 MW. In diesem Fall ist die Energieversorgung ausgeglichen. Erst wenn innerhalb der gesamten Regelzone ein Ungleichgewicht entsteht, muss der Übertragungsnetzbetreiber auf Regelenergie zurückgreifen.

Bilanzkreis

Da Strom noch nicht speicherbar ist, muss der Verbrauch im Vorfeld genau prognostiziert werden. Dazu benötigt man Bilanzkreise. Ein Bilanzkreis fasst eine beliebige Anzahl Stromkunden und Stromlieferanten zusammen, die in einer der vier Regelzonen liegen. Bilanzkreise werden von den Übertragungsnetzbetreibern geführt und Stromhändler und Bilanzverantwortliche können mit ihnen Einspeisung und Entnahme von Strom saldieren. Die Prognosen für den Verbrauch eines Bilanzkreises werden aufgrund von bestehenden Lastdaten und anderen Faktoren viertelstundengenau erstellt. Da der Stromverbrauch aber nie genau zu prognostizieren ist, kommt es im Normalfall zu Schwankungen, die innerhalb der Regelzone mit Ausgleichsenergie stabilisiert werden können. Nur wenn die Schwankungen innerhalb der Zone nicht ausgeglichen werden, muss der Übertragungsnetzbetreiber die Schwankungen im Netz mit Regelenergie ausgleichen.

Bundesnetzagentur (BnetzA)

Zur Aufgabe der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen gehört unter anderem die Regulierung und Förderung des Wettbewerbs im Energiemarkt, sie muss aber auch für einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz sorgen. Anpassungen der Netzentgelte müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Außerdem untersteht ihr die Planung der Entwicklung und des Ausbaus des deutschen Netzes.

Direktvermarktung

Die Direktvermarktung Erneuerbarer Energien ist eine Alternative zur EEG-Vergütung und soll die EEG-Anlagenbetreiber bereits für eine Zeit nach der EEG-Vergütung an das wettbewerbsorientierte Umfeld des Strommarktes gewöhnen.

Bei der EEG-Vergütung wird der Strom direkt an den Netzbetreiber verkauft und der Anlagenbetreiber erhält einen über der festen Einspeisevergütung liegenden Preis für seinen Strom. Dagegen gibt es in der Direktvermarktung drei Möglichkeiten:

  1. Sie können direkt die regulären Handelswege nutzen,
  2. Sie verkaufen an Versorgungsunternehmen, die vom Grünstrom profitieren und daher einen höheren Preis bezahlen (Grünstromprivileg),
  3. Sie nutzen das Marktprämienmodell.

Die erste Option wird so gut wie nie genutzt, da sie dem Anlagenbetreiber keinen Mehrerlös bietet, auch die zweite Option kommt weniger zum Einsatz. In den meisten Fällen, in denen von Stromdirektvermarktung gesprochen wird, geht es um das Marktprämienmodell, da sich hier die verlässlichsten Zusatzerlöse erzielen lassen.

Dispatch & Redispatch

Mit diesen Begriffen wird die Einsatzplanung von Kraftwerken beschrieben. Dispatch bezeichnet den Fahrplan, der festgelegt wird. Redispatch kurzfristige, vom Übertragungsnetzbetreiber angeordnete Eingriffe. Redispatchs sind notwendig, um Engpässen im Stromnetz, z.B. durch Kraftwerksausfälle, zu begegnen. Bei geringen Schwankungen greift die Regelenergie. Erst ab einer Leistung von 50 MW werden Kraftwerken Redispatchs zugeteilt. Die Redispatch-Kosten in Deutschland beliefen sich 2011 auf 120 Millionen Euro.

EEG – Erneuerbare-Energien-Gesetz

Das meist als Erneuerbare-Energien-Gesetz oder kurz EEG bekannte Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien ist seit März 2000 in Kraft und wird in regelmäßigen Abständen geändert, um auf neue Faktoren zu reagieren. Das EEG soll eine nachhaltige Energieversorgung und deren Weiterentwicklung in Deutschland fördern. Es legt ebenso fest, dass Netzbetreiber Strom aus Erneuerbaren Energiequellen bei der Einspeisung ins Stromnetz den Vorzug geben müssen, wie auch die verschiedenen Fördermöglichkeiten für Anlagenbetreiber. 2012 wurde die Direktvermarktung von EEG-Strom um das Marktprämienmodell erweitert.

Über den aktuellen Stand des EEG können Sie sich hier informieren.

Einspeisemanagement

Das Einspeisemanagement ist ein Instrument der Netzbetreiber, um auf Überlastungen des Stromnetzes reagieren zu können. Konnte trotz anderer Maßnahmen, wie z.B. Redispatch, das Stromnetz nicht ausgeglichen werden, können die Netzbetreiber Anlagen abschalten. Da die EEG-Anlagen Vorrang vor anderen Kraftwerken haben, werden diese in einem solchen Fall zuletzt abgeschaltet.
Einige Anlagen werden regelmäßig vom Netzbetreiber gedrosselt. Die Abrechnung dieser Maßnahmen bindet oft wertvolle Ressourcen auf Betreiberseite. Das muss nicht sein. Mit Statkraft EisMan erledigen wir alle Formalitäten und rechnen jeden Monat fristgerecht ab:

Energiebörsen – EEX, EPEX

An Energiebörsen wird weltweit mit Strom, Erdgas, Kohle und z.B. CO2-Zertifikaten gehandelt. Die wichtigste deutsche Energiebörse ist die EEX (European Energy Exchange) mit Sitz in Leipzig. Mit aktuell über 200 Börsenteilnehmern aus 22 Ländern ist sie auf dem europäischen Kontinent die größte Energiebörse. Die EEX besteht aus einem Terminmarkt und einem Spotmarkt. Auf dem Terminmarkt können Geschäfte für bis zu sechs Jahre in die Zukunft abgeschlossen werden. Es wird mit Strom-Futures für das deutsche und das französische Marktgebiet gehandelt, ebenso mit Optionen auf deutsche Strom-Futures. Am Spotmarkt können Produkte für den aktuellen Tag (Intraday-Handel) und für den folgenden Tag bzw. das Wochenende gekauft werden (Day-Ahead-Handel), um akuten Bedarf zu decken. Der Spotmarkt für Strom findet an der EPEX in Paris statt, die Teil der EEX ist.

Fahrplan

Der Fahrplan gibt viertelstundengenau an, wie viel Strom in einem Bilanzkreis eingespeist oder entnommen wird. Die Fahrpläne müssen täglich an die Übertragungsnetzbetreiber übermittelt werden, damit sie auf Energieschwankungen frühzeitig reagieren können.

Flexibilitätsprämie

Da Biogasanlagen flexibel gefahren werden können, kommt ihnen innerhalb der Erneuerbaren Energien eine besondere Rolle zu. Als Anreiz für Biogasanlagenbetreiber, mehr regelbare Leistung bereit zu halten, wurde daher die Flexibilitätsprämie (auch Flexprämie) eingeführt. Voraussetzung für einen Anspruch auf die Flexibilitätsprämie sind die Teilnahme am Marktprämienmodell und die Möglichkeit einer flexiblen Anlagenfahrweise.

Intraday-Handel

Im Intraday-Markt wird Strom kurzfristig, innerhalb eines Tages gehandelt. Dieser Handel findet entweder an der Strombörse oder außerbörslich zwischen zwei Parteien (Over-the-Counter) statt. Im Unterschied zum Day-Ahead-Handel von Strom finden im kontinuierlichen Intraday-Handel das Kauf- bzw. Verkaufsgeschäft sowie die Lieferung des Stroms in der Regel noch am selben Tag statt. An der europäischen Strombörse, EPEX SPOT, werden neben Blockkontrakten auch Stunden und Viertelstunden gehandelt. Die Vorlaufzeit beträgt seit Juli 2015 nur noch 30 Minuten. Der kontinuierliche Intraday-Handel verhilft dem Strommarkt zu mehr Kurzfristigkeit und Flexibilität. Die kurzfristig schwankende Leistung aus erneuerbaren Energien kann dadurch noch besser integriert werden. Beginn des kontinuierlichen Intraday-Handels für den Folgetag ist 15 Uhr für Stunden- und Blockkontrakte sowie 16 Uhr für Viertelstundenkontrakte.

Als Ergänzung zum kontinuierlichen Intraday-Handel gibt es seit dem 9. Dezember 2014 eine tägliche 15 Minuten-Intraday-Auktion. Diese Auktion findet am Vortag der Lieferung um 15 Uhr statt. Trotz des Zeitpunktes (Day-Ahead) handelt es sich um eine Auktion auf dem Intraday-Markt, so dass dort getätigte Geschäfte auch als Intraday-Geschäfte beim Netzbetreiber angemeldet werden müssen. Die 15-Minuten-Auktion bietet die Gelegenheit, nach der Day-Ahead-Auktion, Stromerzeugung und Verbrauch weiter auszubalancieren. Darüber hinaus bietet die 15 Minuten-Intraday-Auktion die Gelegenheit prognostizierbare Lastschwankungen auf Viertelstunden Basis auszubalancieren.

Über das Statkraft StromPortal ist sowohl die Teilnahme an der 15 Minuten-Intraday-Auktion als auch die Teilnahme am kontinuierlichen Intraday-Handel möglich.

OTC – Over-the-Counter-Handel

Viele Abwicklungen im Energiehandel erfolgen nicht über die Energiebörsen, sondern außerbörslich im sogenannten OTC-Handel genannt wird. Seine Vorteile liegen darin, direkt verhandeln und vielfältigere bzw. seltenere Produkte handeln zu können. Allerdings trägt hier der Verkäufer das komplette Kreditrisiko, das ihm beim Handel über die Börse von der EEX abgenommen wird.

Grundlast (Base)

Energielexikon Grundlast Direktvermarktung

Beim Stromverbrauch gibt es Stoßzeiten und Flauten. Während die Spitzenlast (Peak) Stoßzeiten und die Schwachlast (Off-Peak) Flauten bezeichnet, ist die Grundlast der an einem Tag (bzw. Monat oder Jahr) nicht unterschrittene Stromverbrauch, also das, was unabhängig von verschiedenen Faktoren in jedem Fall verbraucht wird.

Grünstromprivileg

Neben dem Marktprämienmodell ist das Grünstromprivileg eine Alternative für die Direktvermarktung. Stromversorger, die einen Großteil der an den Endverbraucher gelieferten Strommengen aus Erneuerbaren Energien beziehen, können von einem Teil der EEG-Umlage befreit werden. Dabei ist die Zusammensetzung des Grünstroms wichtig, mindestens 50 % des Stroms müssen aus EEG-Anlagen stammen und mindestens 20 % aus Wind- und Solarenergie.

Managementprämie

Die Managementprämie ist ein wichtiger Bestandteil des Marktprämienmodells. Sie ist ein zusätzlich zur Marktprämie gezahlter Bonus, der die Risiken und den Aufwand der Direktvermarktung im Gegensatz zur EEG-Vergütung ausgleichen soll. Die Höhe der Managementprämie kann im Fall von Wind- und Solaranlagen bei Fernsteuerbarkeit noch wesentlich ergänzt werden. Sie wird direkt vom Direktvermarkter an den Anlagenbetreiber gezahlt. Im Laufe der nächsten Jahre wird die Managementprämie sinken. Generell ist sie für Wind- und Solarenergie höher, da hier ein Ausgleich für schwierigere Prognosen geschaffen werden soll.

Hoehe Marktpraemie

Marktprämie

Neben der Managementprämie ist die Marktprämie der wichtigste Bestandteil des Marktprämienmodells. Sie gleicht die Differenz zwischen der durchschnittlichen monatlichen Höhe des Strompreises und der EEG-Vergütung aus. Die Marktprämie wird vom Netzbetreiber an den Anlagenbetreiber gezahlt.

Marktprämienmodell

Infografik Marktpraemienmodell Direktvermarktung

Das Marktprämienmodell ist für viele die wichtigste der drei Optionen in der Direktvermarktung und bietet die meisten Chancen auf höhere Erträge im Vergleich zur EEG-Vergütung. Verzichtet ein Anlagenbetreiber auf die EEG-Vergütung und steigt auf das Marktprämienmodell um, so erhält er folgende Einnahmen:

  1. Marktwert
  2. Marktprämie
  3. Managementprämie

Der Marktwert entspricht der durchschnittlichen Höhe des Strompreises in einem Monat. Wird die Anlage geschickt gefahren entstehen hier bereits Mehrerlösmöglichkeiten, wenn der tatsächliche Mehrerlös über dem Marktwert liegt. Die Marktprämie sichert den Anlagenbetreiber gegen Verluste an der Börse ab, in dem sie die Differenz zwischen durchschnittlichem monatlichem Strompreis und EEG-Vergütung ausgleicht. Die Managementprämie ist ein zusätzlicher Bonus, der für den Mehraufwand (dem „Management“) der Direktvermarktung entschädigt. Das Marktprämienmodell bietet für Anlagenbetreiber demnach viele Möglichkeiten, ihren Erlös gegenüber der reinen EEG-Vergütung zu optimieren. Hierbei steht ihnen üblicherweise ein Direktvermarkter wie Statkraft zur Seite, der die Handelsrisiken übernimmt und aus obigen Einnahmeelementen einen Fixpreis zahlt.

Marktwert

Der Marktwert bzw. Referenzmarktwert ist der durchschnittliche Energiepreis, der in einem Monat an der Börse erzielt werden kann. Er liegt der Berechnung der Marktprämie zugrunde.

Minutenreserve

siehe Regelenergie

Netzbetreiber

In Deutschland gibt es zwei Arten von Netzbetreibern: Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber, die für das verbundene Hochspannungsnetz in Deutschland verantwortlich sind, und über 900 kleine Verteilnetzbetreiber, die den Strom direkt zu den Endkunden liefern.

Primärreserve

siehe Regelenergie

Regelenergie

Infografik Regelenergie Minutenreserve Direktvermarktung

Regelenergie (auch Regelleistung) ist die Energie, die für den Ausgleich von Schwankungen im Stromnetz von den vier Übertragungsnetzbetreibern vorgehalten werden muss. In Deutschland werden 7.000 MW positiver Regelenergie für Lieferengpässe und 5.500 MW negativer Regelenergie für Überproduktionen bereitgehalten.
Schwankungen können zum Beispiel an sonnigen Tagen entstehen, wenn Solaranlagen viel Strom produzieren und in das Stromnetz einspeisen. Dem Überangebot wird mit dem Abschalten von im Regelenergiemarkt befindlichen Anlagen begegnet. Für die Teilnahme am Regelenergiemarkt gibt es eine Vergütung sowohl für die Bereithaltung (Leistungspreis), wie auch für die tatsächliche Bereitstellung (Arbeitspreis). Des Weiteren wird unterschieden, wie schnell die Energie zur Verfügung stehen muss. Die Kraftwerke der Primärreserve müssen innerhalb der ersten 30 Sekunden Strom liefern bzw. abschalten, die der Sekundärreserve innerhalb von 5 Minuten. Erst nach einer Viertelstunde muss die Minutenreserve zur Verfügung stehen.

Regelzone

Das Stromnetz in Deutschland ist in vier Regelzonen unterteilt, die von den Übertragungsnetzbetreibern Tennet TSO, 50Hz Transmission, Amprion und TransnetBW betrieben werden. Alle vier unterstehen der Bundesnetzagentur als regulierender Behörde.

Schwachlast (Off-Peak)

Bei Schwachlast besteht nur geringer Bedarf an Energie, meistens in den Nachtstunden. Es werden nur die Grundlastkraftwerke benötigt.

Sekundärreserve

siehe Regelenergie

Spitzenlast (Peak)

Infografik Spitzenlast Tageslast Direktvermarktung

Spitzenlast ist ein kurzzeitig auftretender, erhöhter Stromverbrauch. Ein Teil dieser Spitzenlast ist vorhersehbar, z.B. wird täglich zwischen 11 und 14 Uhr mehr Strom benötigt. Zu diesen Zeiten steigen auch die Strompreise am Spotmarkt an. Den planbaren Mehrverbrauch integrieren Netzbetreiber bereits in ihren Fahrplan. Kleinere Abweichungen werden mit Regelenergie ausgeglichen. Kommt es zu einem unvorhergesehenen Peak, müssen Spitzenlastkraftwerke zugeschaltet werden, um dem erhöhten Strombedarf nachkommen zu können. Dabei handelt es sich meist um Pumpspeicherkraftwerke oder Gasturbinen, die relativ schnell hochgefahren werden können.

Steuerung von Anlagen

Mit der Steuerung von Anlagen ist gemeint, sie zentral fernsteuern und im Falle eines entsprechenden Signals durch den Netzbetreiber drosseln (oder hochfahren) zu können. Im Fall von Biogas wird sogar eine komplett flexible Fahrweise, die sich an die Börsenpreise anpasst, ermöglicht. Die Steuerbarkeit einer Anlage ist Voraussetzung, um den Fernsteuerbonus zu erhalten. Zur Realisierung muss die Anlage um zwei Komponenten erweitert werden: eine Steuerungsbox, die direkt an die Anlage angeschlossen wird und eine Software, die über die Steuerungsbox mit dem Kraftwerk kommunizieren kann.

Stromdirektvermarktung

siehe Direktvermarktung

Strommarkt in Deutschland

Erst 1998 wurde der Strommarkt in Deutschland liberalisiert, vorher gab es Monopolisten, die den Strompreis festlegten, der von den Wirtschaftsministerien der Bundesländer genehmigt werden musste. Seit der Liberalisierung stieg der Wettbewerb an, was teilweise zu günstigeren Preisen für den Endverbraucher führte. Allerdings fehlte zunächst eine regulierende Behörde, so dass gerade kleineren Unternehmen der Einstieg in den Strommarkt schwergemacht wurde. Erst 2005 wurde die Bundesnetzagentur als regulierendes Organ geschaffen. Die Strombeschaffung findet an den Energiebörsen so wie im Großhandel statt.

Stromnetz

Infografik Stromnetz Direktvermarktung

Das Stromnetz in Deutschland umfasst alle Erdkabel und Freileitungen sowie dazugehörende Schalt- und Umspannwerke, Kraftwerke und Verbraucher. Es hat eine Netzfrequenz von 50 Hz und eine Netzspannung von bis zu 400 kV und gliedert sich in das Höchst- und Hochspannungsnetz, ein Mittel- und ein Niederspannungsnetz. Das Niederspannungsnetz bringt den Strom zum Endkunden und misst momentan allein fast 1,2 Millionen km.

Übertragungsnetzbetreiber

In Deutschland gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), die das Höchstspannungsnetz betreiben und bei Energieschwankungen Regelenergie zur Verfügung stellen. Zwischen den Übertragungsnetzbetreibern Tennet TSO, 50Hz Transmission, Amprion und TransnetBW ist das Stromnetz in vier Regelzonen aufgeteilt, die sich wiederum in eine Vielzahl von Bilanzkreisen gliedern. Alle vier müssen ihren Teil des Stromnetzes instand halten bzw. bei Bedarf ausbauen und sowohl Händlern wie auch Lieferanten Zugriff gewähren.

Verteilnetzbetreiber (VNB)

Es gibt mehr als 900 Verteilnetzbetreiber in Deutschland, die Strom- und Gasnetze zur Verteilung der Energie an den Endkunden betreiben. Gegen das Netzentgelt müssen diese Netze jedem zugänglich gemacht werden, der Strom- oder Erdgas liefern möchte.