Bau von zwei neuen Gaskraftwerken wird erwogen

21.11.2009 | News

Gebäude des Kraftwerks in Knapsack

Statkraft prüft den Bau von zwei neuen Gaskraftwerken in Knapsack und Emden. Mit einer Entscheidung wird Mitte 2010 beziehungsweise Anfang 2011 gerechnet.

Eine halbstündige Autofahrt vom Statkraft-Büro in Düsseldorf entfernt befindet sich der Chemiepark Knapsack. Zwischen Industriegebäuden und älteren Kohlekraftwerken liegt das moderne Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk, das seit 2007 zu Statkraft gehört. Mit einem der höchsten Nutzungsgrade, die es derzeit für Gaskraftwerke gibt, und einer Leistung von 800 MW ist dieses Kraftwerk eine umweltfreundliche Lösung mitten im Kohlerevier.
In Emden betreibt Statkraft bereits ein Gas- und Dampf- sowie ein Biomasseheizkraftwerk. Hier gibt es bereits eine gute Infrastruktur für den Bau eines neuen Gaskraftwerks. Die Gesamtleistung der beiden Anlagen in Emden beträgt derzeit 450 MW.

„Die Erweiterung unserer Kraftwerkskapazität und damit der Ausbau einer flexiblen und umweltfreundlichen Stromerzeugung ist ein wichtiges strategisches Ziel,“ erläutert Dr. Gundolf Dany, Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH mit Sitz in Düsseldorf. „Wir haben daher Anfang 2009 eine detaillierte Standortbewertung in Emden und Knapsack beschlossen. Im Sommer wurden die notwendigen Schritte für ein Genehmigungsverfahren angestoßen.“

Bevor ein Investitionsbeschluss gefasst wird, sind jedoch einige Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehört die Versorgung mit Erdgas. Darüber hinaus wird während der Planungsphase neben der technischen auch die Wirtschaftliche Umsetzbarkeit des Vorhabens untersucht. Statkraft wird keine endgültige Entscheidung über den Bau der Kraftwerke treffen, bevor nicht die Planungen abgeschlossen sind und sämtliche behördlichen Genehmigungen vorliegen. Mit einer Entscheidung wird für das Projekt in Knapsack Mitte 2010 und in Emden Anfang 2011 gerechnet.

„Wir hoffen natürlich auf einen positiven Ausgang der Untersuchungen.“ erklärt der Hürther Bürgermeister, Walther Boecker: „Weitere Investitionen Statkrafts stärken den Standort Hürth als Heimat zukunftsweisender Energietechnologie und sichern Arbeitsplätze. Gerade in Zeiten der Krise wünschen wir uns solche positiven Signale.“

Der Emdener Bürgermeister, Alwin Brinkmann hofft auf einen positiven Ausgang der Untersuchungen: „Ein Neubau durch Statkraft würde Emden auf lange Zeit als umweltfreundlichen Kraftwerksstandort sichern und Arbeitsplätze erhalten.“

Kraftwerksleiter Klaus Summer der modernen Anlage in Knapsack hatte erst kürzlich Besuch vom früheren Bundesfinanzminister. Jetzt hofft er, dass sich der Bau eines neuen Gaskraftwerks realisieren lässt. „Wird dieses Projekt verwirklicht, erzeugt das neue Kraftwerk über 400 MW Strom“, erklärt er. Damit hätten die bestehende und neue Anlage eine Gesamtleistung, die der Kapazität des größten Kohlekraftwerks in der Region entspricht – allerdings mit deutlich geringeren Emissionen.

Statkraft strebt bis zum Jahr 2015 einen Ausbau seiner europäischen Gaskraftwerkskapazität um ca. 1200 MW an. Gaskraft ist die notwendige Brücken- und Komplementärtechnologie für eine Versorgungszukunft, die von regenerativen Energieträgern zunehmend bestimmt sein wird.