Die französische Herausforderung

02.09.2009 | News

Fließendes Wasser

VOLLER EINSATZ FÜR DIE WASSERKRAFT: Frankreich will seine Stromerzeugung aus Wasserkraft neu ausschreiben, und Statkraft will bei dieser Entwicklung…

Statkraft eröffnet eine eigene Niederlassung in Frankreich. Bis 2030 soll ein großer Teil der Wasserkraftanlagen in Frankreich neu ausgeschrieben werden. Statkraft möchte sich an diesem Wettbewerb beteiligen.

Dies deckt sich mit den Zielen des Unternehmens in Europa, und Frankreich ist in dieser Strategie der nächste Schritt. Im September wird das Büro in Lyon eröffnet. Dort werden die Statkraft-Mitarbeiter dafür arbeiten, das Unternehmen für die Zuteilung der Konzessionen zu positionieren.

Bereits 2010 werden wertvolle Wasserkraftkonzessionen vergeben. Das Ziel von Statkraft ist es, zunächst den Zuschlag für eine Konzession zu bekommen, um dem Unternehmen damit auf dem französischen Markt eine Position zu sichern.

„Es wird ein knappes Rennen, aber Statkraft hat alle Voraussetzungen, um hier Erfolg zu haben“, meint Emmanuel Soetaert, der die Aktivitäten von Statkraft in Frankreich leitet.
„Bei der Wasserkraft sind wir auch im europäischen Vergleich ein großer Akteur.“
Frankreich erzeugt jährlich fast 70 TWh Strom aus Wasserkraft. Dies entspricht etwas mehr als der Hälfte der Wasserkraftproduktion in Norwegen. Bis 2020 wollen die Franzosen ein Fünftel ihrer Wasserkraftwerke – gemessen nach der Leistung der Kraftwerke – neu ausschreiben. In den darauffolgenden zehn Jahren wird dann ein noch größerer Teil der Wasserkraftwerke neu ausgeschrieben.

„Theoretisch ist es möglich, dass eine Stromerzeugung aus Wasserkraft entsprechend 11.500 MW im Zeitraum 2012 bis 2030 den Eigentümer wechselt“, erklärt Soetaert.

Bisher hat das staatliche französische Energieunternehmen EDF für den Großteil der Stromerzeugung aus Wasserkraft gesorgt. In den letzten Jahren öffnete sich der Markt schrittweise für andere Energieerzeuger aus Frankreich und dem Ausland. Im Zuge der Erneuerung von allen Wasserkraftkonzessionen haben die ehemaligen Beteiligten jetzt ihr Vorkaufsrecht verloren. Die Folge sind große Veränderungen auf dem französischen Energiemarkt.

Mehr erneuerbare Energien und größere Flexibilität

Für ein Land wie Frankreich ist die Möglichkeit einer flexibleren Stromerzeugung sehr wichtig. Dort wird der Strom vor allem aus Kernkraft erzeugt, die äußerst unflexibel ist. Aus diesem Grund ist eine zunehmende Energieerzeugung durch Wasserkraft erforderlich.
Es gibt kaum noch Potenzial für den Ausbau großer Wasserkraftanlagen. Unabhängige Analysen sprechen jedoch von einem Ausbaupotenzial von 28 TWh, das von staatlicher Seite ausgeschrieben wird. Auch hier wird Statkraft sein Interesse anmelden.

Frankreich braucht zudem verstärkte Anstrengungen für erneuerbare Energien – es gehört zu den Ländern, denen von der EU die ehrgeizigsten Klimaziele vorgegeben wurden: Bis 2020 soll der Anteil der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in Frankreich von gegenwärtig zwölf auf immerhin 23 Prozent angehoben werden.