Frischer Wind auf hoher See

13.01.2010 | News

Bård Mikkelsen, CEO von Statkraft, während der Pressekonferenz

Bård Mikkelsen, CEO von Statkraft, während der Pressekonferenz. Zu seiner linken steht Margareth Øvrum, Vorstand für Technologie und neue Energien bei…

Die Beteiligung am weltweit größten Offshore-Windprojekt und eine Vereinbarung über die Erschlieβung des gröβten Gebiets im Rahmen dieses Projekts – bereits in der ersten Arbeitswoche 2010 konnten Statkraft und Statoil der Öffentlichkeit neue, spannende Aktivitäten vorstellen.

32 GW sind genug, um rund ein Viertel des gesamten Energiebedarfs in Groβbritannien zu decken. So groβ kann die Gesamtleistung des Windkraftprojektes werden, das in Groβbritannien als Runde 3 bezeichnet wird. Mehr als ein Viertel dieser Energiemenge, 9 GW, sollen auf dem jetzt zugeteilten Feld auf der Doggerbank erzeugt werden. Statkraft kann sich darauf vorbereiten, einen bedeutenden Anteil des weltweit gröβten Windparks auf See mit zu erschlieβen.

„Dies ist eine anspruchsvolle Aufgabe, aber wir haben auch sehr gute Partner”,  sagte Konzernchef Bård Mikkelsen, als die Pläne am 8. Januar während einer Pressekonferenz am Hauptsitz von Statkraft vorgestellt wurden.„Das Engagement fügt sich nahtlos in die Statkraft-Strategie ein, der Welt sauberere Energie zu liefern. Wir werden auf unseren Erfahrungen aus unseren Onshore-Windparks zurückgreifen und uns gleichzeitig neue Kompetenzen in der Entwicklung von Offshore-Windkraftanlagen erarbeiten.“

Das gröβte Gebiet ging an Forewind

Statkraft, Statoil, RWE npower und Scottish and Southern Energy plc sind gleichberechtigte Partner im Konsortium Forewind. Diese Gruppe erhielt am Vormittag des gleichen Tages vom britischen Premierminister Gordon Brown die Rechte zum Ausbau der Windenergie auf diesem riesigen Gebiet.

„Forewind gewann das gröβte Gebiet - dieses Feld wollten wir haben, darum hatten wir uns beworben”, sagte Margareth Øvrum, die Konzerndirektorin für Technologie und Neue Energie bei Statoil.

Beide norwegische Unternehmen zeigten sich erfreut über das Vertrauen von Seiten der britischen Behörden. Auch der norwegische Wirtschaftsminister Trond Giske äußerte sich begeistert.„Einfach phantastisch, dass Statkraft und Statoil diese Möglichkeit bekommen haben”, lieβ er nach Bekanntgabe der britischen Entscheidung verlauten. Er sieht in diesem Projekt auch groβe Möglichkeiten für die norwegische Zulieferindustrie und nimmt an, dass dadurch auch in Norwegen viele neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Minister Giske verwies auf Norwegens vierzigjährige Erfahrung mit Offshore-Installationen dieser Art. „Auch deshalb kann dieser Auftrag der norwegischen Industrie einen groβen Schub verleihen”, sagte er.

Erster Schritt

Ein so groβes Projekt hat einen sehr langen Zeitrahmen, doch der erste Schritt auf dem Weg wird schon jetzt genommen. „Jeder der Partner investiert zunächst jeweils 350 Millionen Kronen”, erläuterte Konzernchef Mikkelsen. „Später werden die beteiligten Unternehmen zu gegebener Zeit weitere Investitionsbeschlüsse fassen.”

Die erste Investition wird voraussichtlich 2014 fällig. Die Arbeit an der Entwicklung des Projekts wird in jedem Fall – nicht zuletzt für Windkraftprojekte in Norwegen – Ergebnisse  bringen. Die Erfahrungen von den britischen Feldern sind sehr nützlich für die Erschlieβung von Gebieten mit höheren Meerestiefen vor der norwegischen Küste, wo man weitaus öfter auf schwimmende Windkraftanlagen setzen muss.

„Mancher wird fragen, warum wir uns jetzt in Groβbritannien engagieren und nicht in Norwegen”, erklärt Bård Mikkelsen. „Zum Einen sind die Rahmenbedingungen für einen solchen Ausbau in Groβbritannien gut, zum Anderen handelt es sich hier um groβe und flache Meeresgebiete, die sich für bodenmontierte Windkraftanlagen eignen. In Norwegen sind die Windmühlen der nächsten Generation eine aktuellere Frage.