Systemverantwortung im Viertelstundentakt - Statkraft liefert Regelenergie aus Windkraft

17.02.2016 14:00 | Pressemitteilung

Düsseldorf/Berlin, 17. Februar 2016. Statkraft kann als erstes Unternehmen in Deutschland mit einem Windparkpool, unter den seit Dezember 2015 geltenden Regeln, am Regelenergiemarkt teilnehmen. Die entsprechende Präqualifizierung wurde heute vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz erteilt. Der zunächst aus zwei Windparks bestehende Pool verfügt über eine installierte Leistung von 89 MW. Deutschlands größter Direktvermarkter kann insgesamt eine Leistung von 60 MW zur negativen Minutenreserve anbieten.

Die Präqualifizierung erfolgte durch das Verfahren der möglichen Einspeisung, das Ende 2015 durch die vier Übertragungsnetzbetreiber vorgestellt wurde. In einer Pilotphase der operativen Bereitstellung will man nun gemeinsam mit 50Hertz weitere Erfahrungen zum Beitrag der Windenergie zur Systemstabilität sammeln. Energiewirtschaftlich hilft damit neben stetiger erneuerbarer Erzeugung aus Biomasse und Biogas erstmals auch Windkraft,  das Netz zu stabilisieren.

„In einem Stromsystem, das in den kommenden Jahren immer stärker von fluktuierender Erzeugung dominiert wird, ist die Windkraft eine tragende Säule und kann jetzt endlich zur Sicherheit des Systems beitragen," so Stefan-Jörg Göbel, Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH. „Das ist mit der Entwicklung und der Praxisanwendung des neuen Verfahrens gelungen.“

„Diese erste Präqualifizierung von Windkraftanlagen für den Regelenergiemarkt zeigt, welchen Beitrag erneuerbare Energien schon heute zur Systemsicherheit leisten können“, betonte Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz. „Wir sind stolz, diese Entwicklung mit vorangetrieben zu haben!“

In den kommenden Monaten plant Statkraft den Pool in der 50Hertz-Regelzone sukzessive zu erweitern und auch in anderen Regelzonen, Regelleistung aus Zusammenschlüssen von Windparks bereitzustellen. Die Norweger nutzen den Vorteil eines Pools, um Portfolio- und Besicherungseffekte zu gewährleisten. Die regionale Verteilung der Windparks stellt sicher, dass auch lokale Einspeisemanagementmaßnahmen in einzelnen Netzregionen nicht zum Wegfall des Angebots führen.

Der nun präqualifizierte Windparkpool war bereits Teil eines interdisziplinären Pilotprojektes  innerhalb der 50Hertz Regelzone. Hierbei übersetzten Mitarbeiter von energy & meteo systems, ENERCON, WIND-projekt und Statkraft die technischen Anforderungen der Übertragungsnetzbetreiber in ein wirtschaftliches Verfahren  zur Präqualifizierung von Windkraftanlagen.

Auch für die Zukunft planen energy & meteo systems, ENERCON, WIND-projekt und Statkraft eine weitere Zusammenarbeit.  Dabei will man sich nun auf die Entwicklung von Präqualifikationskriterien zur Bereitstellung von Sekundärregelleistung aus Wind konzentrieren.

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