Windkraft: Echtzeitreaktion auf Überangebot

03.06.2016 11:06 | Pressemitteilung

Durch die bedarfsgerechte Regelung von rund 3.000 Megawatt Windstrom aus vermarkteten Windparks hat Statkraft die deutschen Stromkunden letzten Sonntag um über 5 Millionen Euro entlastet.

Am Sonntag, den 8. Mai 2016 ist es an der Strombörse zu acht aufeinanderfolgenden Stunden mit negativen Strompreisen von bis zu -374 EUR/MWh im kontinuierlichen Intraday-Handel gekommen. Der Grund hierfür lag in einer hohen Einspeisung aus Wind- und Solarenergie bei gleichzeitig niedriger Stromnachfrage. Statkraft hat aufgrund dessen in der Spitze die Windstrom-Erzeugung um rund 3.000 Megawatt verringert. Das Unternehmen hatte bereits am Samstag entsprechend angepasste Vortags-Gebote an der Börse platziert,  da der Strompreis schon bei -130 EUR/MWh lag. Durch diese Maßnahme hat alleine Statkraft die EEG-Umlage um über 5 Millionen Euro entlastet und gleichzeitig zur Erhöhung der Systemstabilität beigetragen.

„Die Regelung in dieser Größenordnung zeigt, dass wir als Direktvermarkter in diesen Überschusssituationen reagieren und die Einspeisung reduzieren. Erneuerbare Energien sind in der Lage, bedarfsgerecht zu erzeugen und so zur Systemstabilität beizutragen“, erklärt Stefan-Jörg Göbel, Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH mit Sitz in Düsseldorf. „In einem System, das in den kommenden Jahren immer stärker von fluktuierender Erzeugung dominiert wird, ist Windkraft eine tragende Säule und steuert zur Systemsicherheit bei.“

Aktuell regelt Deutschlands größter Direktvermarkter erneuerbarer Energie im virtuellen Kraftwerk über 7.700 Megawatt Wind- und knapp 700 Megawatt Solarenergie in Deutschland. Seit Februar dieses Jahres bietet Statkraft insgesamt eine Leistung von 60 MW zur negativen Minutenreserve an.

Statkraft über §24 EEG bzw. §51 Entwurf EEG2016

Negative Strompreise treten auf, wenn hohe Stromeinspeisung auf eine schwache Nachfrage am Strommarkt trifft. Mit dem bestehenden Instrument der Marktprämie gibt es einen ausreichenden Anreiz für Direktvermarkter und Anlagenbetreiber, bei negativen Marktpreisen die Produktion von EEG-Anlagen gezielt zu drosseln. Derzeitige Regelungen wie die Reduzierung der Marktprämie, wenn sechs Stunden mit negativen Strompreisen aufeinanderfolgen, schaffen aus Sicht von Statkraft keinen energiewirtschaftlichen Nutzen. Eine geplante Kopplung von Day-Ahead- und Intraday-Markt in diesen Fällen erschwert die operationelle Umsetzbarkeit. Sollte diese eingeführt werden, wäre zumindest eine zeitliche Beschränkung der Regelung auf einen Kalendertag notwendig.