Statkraft und WSD Mitte bauen neue Fischaufstiegsanlage an der Weser

13.12.2012 08:00 | Pressemitteilung

Bild des Wehrs

Die neue Fischwanderanlage wird in das Wehr integriert.

Dörverden, 13. Dezember 2012 – Statkraft, Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energien, und die Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Mitte haben eine Vereinbarung für den gemeinsamen Bau einer Fischaufstiegsanlage mit integriertem Abstieg an der Weserstaustufe Dörverden unterzeichnet.

Mit dem heute unterzeichneten Vertrag wird eine Übereinkunft über die Zusammenarbeit bei Planung und Umsetzung der neuen Fischwanderanlage Dörverden getroffen. Statkraft betreibt an der Weser das Laufwasserkraftwerk Dörverden, die WSD Mitte das benachbarte Wehr und die Schleuse. Die an das Wasserkraftwerk angrenzende stillgelegte Prahmschleuse soll zukünftig für den Fischauf- und -abstieg genutzt werden.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung leistet mit der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit von Bundeswasserstraßen einen maßgeblichen Beitrag, um die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen und insgesamt den Zustand unserer heimischen Gewässer zu verbessern. Für viele Lebewesen in den Flüssen sind Wanderungen zwischen unterschiedlichen Lebensräumen eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung von Populationen. Durch die Stauanlagen sind die Wanderungen heute häufig stark eingeschränkt oder teilweise unmöglich. In den nächsten 15 Jahren sollen bundesweit an rund 250 Standorten an Bundeswasserstraßen Fischwanderhilfen errichtet werden.

Die Fischaufstiegs- und -abstiegsanlage in Dörverden wird einige Neuerungen und Besonderheiten aufweisen und deshalb den Status einer Pilotanlage bekommen. Neben dem besonderen Standort und der optimierten Einstiegslösung wird gleichzeitig auch eine Abstiegslösung mittels Bypass-Leitung für junge Lachse und andere abwandernde Fische berücksichtigt.

„Noch immer sind Lösungen für abwärtsgerichtete Fischwanderungen eine große Herausforderung an Bundeswasserstraßen“, erläutert Maik Thalmann, Leiter der Wasserkraftgruppe Deutschland bei Statkraft und betont weiter: „Bei diesem Pilotprojekt wollen wir unsere gewonnenen Erfahrungen und unsere Fachkenntnisse für die Erstellung von Abstiegsanlagen an der Weser zielführend einbringen.“

„Die Fischwanderanlage ist ein wichtiger Baustein, damit wir die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erreichen. Der Bau ist auch Auftakt für eine intensive Zusammenarbeit mit Statkraft bei der Erreichung der Durchgängigkeit der Weser“, so Ingelore Hering, Präsidentin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte.
„In die Planung der Anlage fließen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ein. Damit verbessern wir die Durchgängigkeit der Weser für Fische und andere Lebewesen.“

Die Planung und der Betrieb der Pilotanlage werden von der Bundesanstalt für Gewässerkunde bzw. der Bundesanstalt für Wasserbau intensiv wissenschaftlich begleitet. Es sollen insbesondere Erkenntnisse gewonnen werden, wie eine Anlage gestaltet werden muss, damit sie von den Fischen angenommen wird.

Beide Vertragspartner sind sich einig, dass mit der Kooperationsvereinbarung wieder ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit des Wesereinzugsgebietes erreicht wurde.

Über die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte:

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte ist für rund 1.394 km Bundeswasserstraßen zuständig. Die Mittelweser und der Elbe-Seitenkanal stellen hierbei über die West-Ost-Magistrale des Mittellandkanals den Anschluss an das europäische Binnenwasserstraßennetz sicher. Der Bereich der WSD Mitte umfasst weiter die Oberweser mit Eder- und Diemeltalsperre sowie Abschnitte der Aller, Leine, Werra und Fulda. Zu ihren Aufgaben zählen die Unterhaltung, der Betreib und der Bau von Anlagen und Wasserstraßen sowie die Sicherung des reibungslosen Schiffsverkehrs.

Über Statkraft:

Statkraft ist der europaweit größte Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Konzern baut und betreibt Wasser-, Wind-, Gas- und Fernwärmekraftwerke und ist zudem ein bedeutender Akteur an den europäischen Energiehandelsbörsen. Der Konzern beschäftigt etwa 3.400 Mitarbeiter in über 20 Ländern.