Deutschlands größtes Kraftwerk ist grün

10.09.2013 08:00 | Pressemitteilung

Grafik eines virtuellen Kraftwerks

Virtuelles Kraftwerk

Düsseldorf, 10. September 2013 – Statkrafts virtuelles Kraftwerk steuert seit Anfang September 4.436 Megawatt (MW) an regenerativen Erzeugungskapazitäten und verfügt damit über mehr Leistung als das größte konventionelle Kraftwerk in Deutschland. Das Unternehmen hat gemeinsam mit den Betreibern über 2.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen aus ganz Deutschland vernetzt und damit zentral regelbar gemacht.

Statkraft kann insgesamt 4.436 MW an erneuerbaren Energien von Kunden aus der gesamten Republik stufenlos fernsteuern. Somit bündelt das virtuelle Kraftwerk mehr Leistung als jedes einzelne konventionelle Großkraftwerk. Die geographische Ausdehnung des virtuellen Kraftwerks von Schleswig-Holstein bis Bayern sowie von Nordrhein-Westfalen bis Sachsen ermöglicht es außerdem, optimale Erträge aus verschiedenen Wetterlagen zu erzielen.

„Seit letztem Jahr sind wir einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur geforderten Marktintegration erneuerbarer Energien gegangen“, so Janosch Abegg, Head of Market Access & Integration of Renewables bei Statkraft. „Nach Wind- haben wir jetzt auch Solaranlagen in unser virtuelles Kraftwerk eingebunden. Damit können wir flexibel und bedarfsgerecht Kapazitäten aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung stellen.“

Die ungesteuerte Energieerzeugung der erneuerbaren Energien hat in der Vergangenheit häufig zu negativen Preisen an der Strombörse zu Lasten der EEG-Umlage geführt: „Die öffentliche Akzeptanz für Erneuerbare leidet unter solchen Entwicklungen. Durch unser virtuelles Kraftwerk wissen wir jederzeit, welche Anlage wann wie viel erzeugt. So können wir bei einem Überangebot die Erzeugung drosseln. Damit schaffen wir auch die Infrastruktur, um im nächsten Schritt Regelleistung aus Wind und Photovoltaik anzubieten“, erklärt Abegg.

Direktvermarktung und Marktprämienmodell schaffen Innovationsschub

Seit 2012 stellt das Marktprämienmodell die wichtigste Alternative zur festen Einspeisevergütung für EEG-Strom dar. „Seitdem haben Betreiber von EEG-Anlagen einen Anreiz, bedarfsgerecht zu produzieren. Die deutsche Volkswirtschaft spart mit diesem Modell bereits jetzt schon Geld. Alleine durch die Drosselung erneuerbarer Anlagen, die von Statkraft gesteuert werden, konnte die EEG-Umlage bislang um mehr als 25 Millionen Euro entlastet werden“, so Stefan-Jörg Göbel, Geschäftsführer von Statkraft in Deutschland. „Die Direktvermarktung hat sich seit Anfang 2012 zum wichtigsten Impulsgeber für bedarfsgerechte Regelung des Energiesystems der Zukunft entwickelt. Wenn wir zukünftig auch noch Speicher und Lastflexibilität in das virtuelle Kraftwerk einbinden, haben wir viele Zutaten beisammen, die wir für eine erfolgreiche Energiewende brauchen.“

Mehr als 35 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien werden mittlerweile direkt über die Strombörsen – also nicht über die Netzbetreiber – vermarktet. Davon entfallen 24 Prozent auf das Portfolio von Statkraft. Obwohl der Rechtsrahmen dafür erst seit wenigen Monaten besteht, hat das Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden bereits über 50 Prozent der Anlagen in der Direktvermarktung mit Vorrichtungen zur Fernsteuerbarkeit ausgerüstet. Das virtuelle Kraftwerk von Statkraft ist ein gutes Beispiel dafür, dass dieses System funktioniert und für Innovation sorgt.

Über Statkraft:
Statkraft ist der europaweit größte Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Konzern baut und betreibt Wasser-, Wind-, Gas- und Fernwärmekraftwerke und ist zudem ein bedeutender Akteur an den europäischen Energiehandelsbörsen. Der Konzern beschäftigt etwa 3.600 Mitarbeiter in über 20 Ländern.

Virtuelles Kraftwerk
Unter einem virtuellen Kraftwerk versteht man die intelligente Vernetzung dezentraler Erzeugungseinheiten. Die Energieerzeugung aus einer Vielzahl von Windenergie-, Solar- und/oder Biomasseanlagen wird zentral gesteuert und kann wie bei herkömmlichen Kraftwerken am Bedarf ausgerichtet werden. Die schnelle Kommunikation der einzelnen Anlagen mit der zentralen Steuerungseinheit ist dabei von entscheidender Bedeutung. Denn nur exakte Echtzeitdaten ermöglichen eine flexible und bedarfsgerechte Produktion. Das virtuelle Kraftwerk von Statkraft wurde in Zusammenarbeit mit der Firma energy & meteo systems entwickelt und aufgesetzt. Energy & meteo systems ist mit der Software für Virtuelle Kraftwerke, die dezentrale Stromerzeuger und steuerbare Verbraucher über eine gemeinsame Leitwarte zusammengefasst und an die verschiedenen Energiemärkte anbindet einer der ersten Anbieter überhaupt.