Statkraft stellt weiteres Gaskraftwerk in Kaltreserve

14.03.2013 08:00 | Pressemitteilung

Foto: Jörg Hillebrand

Düsseldorf / Landesbergen, 14.03.2013 – Statkraft hat heute seine Entscheidung bekannt gegeben, das 510 MW Gaskraftwerk „Robert Frank“ in Landesbergen in Kaltreserve zu stellen und Personal am Standort abzubauen. Das auf demselben Gelände betriebene Biomasseheizkraftwerk ist von diesem Schritt nicht betroffen.

„Nach unserer Auffassung ist Gas-to-Power nach wie vor die effizienteste und umweltfreundlichste Technologie als Ergänzung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen in Deutschland“, so Asbjørn Grundt, Executive Vice President Market Operations and IT. „Allerdings erlaubt es die aktuelle Marktsituation nicht, ältere Gaskraftwerke wirtschaftlich zu betreiben, geschweige denn in neue Kraftwerkskapazitäten zu investieren.“

Derzeit sind 45 Mitarbeiter am Standort Landesbergen beschäftigt, die für den Betrieb des Gas- und Biomassekraftwerks zuständig sind. Zusätzlich sind sechs Azubis am Standort beschäftigt. „Wir prüfen derzeit, wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden und arbeiten eng mit dem Betriebsrat zusammen, um den Personalabbau so sozialverträglich wie irgend möglich zu gestalten“, erklärt Hilde Bakken, Executive Vice President Power Generation bei Statkraft. „Den Verpflichtungen gegenüber unseren Lehrlingen kommen wir natürlich nach. Alle können ihre Ausbildung beenden.“

„Leider haben sich die Marktaussichten für Gas-to-Power über die letzten 12 Monate in Deutschland weiter verschlechtert“, begründet Dr. Jürgen Tzschoppe, verantwortlicher Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH, die Entscheidung des Unternehmens. „Ein Betrieb des Kraftwerks ist nach derzeitiger Marktlage ausgeschlossen. Es ist nicht wirtschaftlich, Robert Frank als Reservekraftwerk im Portfolio zu belassen, wenn selbst die effizienteren Anlagen Knapsack und Herdecke aufgrund der schwierigen Marktsituation kaum laufen. Robert Frank wäre zwar eine preiswerte Reserve im Vergleich zu anderen Technologien, allerdings gäbe es keine Form von Kompensation für die Vorhaltung dieser Reserve.“ Zudem hat auch der Stromnetzbetreiber TenneT das Gaskraftwerk erst kürzlich als nicht system-relevant eingestuft.

Trotz anspruchsvoller Marktlage bleibt Gas-to-Power ein wichtiger Teil des Erzeugungsportfolios von Statkraft. Das im Bau befindliche hochmoderne Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) Knapsack II soll im zweiten Quartal 2013 den Betrieb aufnehmen. Auch die Kraftwerke Knapsack I und Herdecke werden weiterbetrieben. Ab Sommer 2013 wird damit Statkrafts Gaskraftportfolio ausschließlich aus modernen, hocheffizienten Anlagen bestehen.

Statkraft hält jedoch eine Überprüfung des aktuellen Marktdesigns für notwendig: „Die Energiewende fußt prinzipiell auf einer flexiblen und emissionsarmen Energieerzeugung. Die Schließung von Gaskraftwerken und der wachsende Marktanteil von Kohlekraftwerken sind ein deutlicher Hinweis, dass wir vom Weg abkommen. Wir brauchen ein System, das die effizientesten, umweltfreundlichsten und flexibelsten Lösungen unterstützt. Der effizienteste Technologiemix für einen Energiemarkt der Zukunft muss festgelegt werden, sei es Gas-to-Power oder Speicherlösungen, Demand Side Management, Ausbau von Interkonnektoren oder alle Maßnahmen zusammen”, so Jürgen Tzschoppe.

Über Statkraft:
Statkraft ist der europaweit größte Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Konzern baut und betreibt Wasser-, Wind-, Gas- und Fernwärmekraftwerke und ist zudem ein bedeutender Akteur an den europäischen Energiehandelsbörsen. Der Konzern beschäftigt etwa 3.500 Mitarbeiter in über 20 Ländern.