Technische Planung für Ausbau des Pumpspeicherkraftwerks festgelegt

04.04.2014 14:24 | Pressemitteilung

Grafik des neuen Krafthauses

Möglich Ansicht des neuen Krafthauses von Statkraft; aus Freden kommend Fahrtrichtung Erzhausen.

Düsseldorf / Erzhausen, 04.04.2014 – Statkraft gibt die technische Planung für den Ausbau des Pumpspeicher- kraftwerkes im niedersächsischen Erzhausen bekannt. Das Unternehmen reicht die Genehmigungsunterlagen im Frühjahr 2014 beim Landkreis Northeim ein. Durch eine Vergrößerung des Betriebsvolumens und eine Steigerung der Leistung soll die Flexibilität des Kraftwerks vor allem in Hinblick auf system- relevante Dienstleistungen im Strommarkt erhöht werden.

Für eine Speichererweiterung plant Statkraft das Betriebsvolumen durch den Aufsatz von Wellenumlenkern auf den Damm des Oberbeckens zu erhöhen und so die Kapa-zität des Beckens um ca. 10% zu vergrößern. Am Unterbecken des Kraftwerkes würde die Steinschüttung des Damms bis zur Dammkrone erhöht, um das zusätzliche Wasservolumen aufzufangen. Eine Erhöhung der Leistung des Pumpspeicherkraft-werkes um rund 110 Megawatt (MW) könnte über die Installation von zwei zusätzlichen Turbinen erfolgen, für die ein neues Krafthaus auf dem Gelände des Kraftwerkes errichtet werden würde. Die zusätzlichen Turbinen würden über neue Verteilrohre im unteren Drittel an die bestehenden Druckrohrleitungen angeschlossen. Die Installation einer zusätzlichen Druckrohrleitung zur Verbindung der Becken ist nicht vorgesehen.

„Ein Leitgedanke bei der Planung und Durchführung ist, die Eingriffe in die umge-bende Landschaft und die Belastung für die Anwohner so klein wie möglich zu halten“, so Dennis Geyermann, Leiter des Erweiterungsprojektes bei Statkraft. „Unser besonderes Augenmerk gilt dabei dem benachbarten Naturschutzgebiet Selterklippen, das von den baulichen Maßnahmen nicht berührt werden würde. Hier arbeiten wir eng und partnerschaftlich mit den zuständigen Wasser- und Naturschutzbehörden zusammen.“

Genehmigungsverfahren und weitere Schritte

Im zweiten Quartal 2014 wird Statkraft die Genehmigung nach Wasserhaushalts-gesetz für die Speichererweiterung und die Leistungserhöhung bei dem Landkreis Northeim beantragen. Der Landkreis Northeim entscheidet dann als verfahrens-führende Behörde, ob ein Planfeststellungs- oder eine Plangenehmigungsverfahren durchgeführt wird. Des Weiteren Bedarf der Bau des neuen Krafthauses einer Baugenehmigung. Diese fällt in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Einbeck. Die finale Investitionsentscheidung wird der Statkraft Konzernvorstand in Norwegen frühestens Ende des Jahres 2014 treffen. Möglicher Baubeginn wäre Anfang 2015.

Geänderte Betriebsanforderungen

Hintergrund für die Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerkes ist die sich wandelnde Erzeugungsstruktur. Das traditionelle „Peak Shaving“ zu den Mittagsstunden ist als Betriebsgrundlage nicht mehr wirtschaftlich. Last- und Produktionsspitzen treten aufgrund fluktuierender erneuerbarer Einspeisungen kurzfristiger auf und erfordern ein höheres Maß an Flexibilität im Betrieb. Mit dem Ausbau des Pumpspeicherkraft-werkes entspräche Statkraft den geänderten Anforderungen und den mittelfristig steigenden Bedarf für Speicherkapazitäten am Markt. Durch eine Vergrößerung des Beckens und der Turbinenleistung könnte das Unternehmen flexibler reagieren und am Regelenergiemarkt breiter anbieten.

Über Statkraft:
Statkraft ist der europaweit größte Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Konzern baut und betreibt Wasser-, Wind-, Gas- und Fernwärmekraftwerke und ist zudem ein bedeutender Akteur an den europäischen Energiehandelsbörsen. Der Konzern beschäftigt etwa 3.600 Mitarbeiter in über 20 Ländern.