Statkraft bemängelt fehlende Perspektive für flexible Kraftwerke

10.07.2015 15:08 | Pressemitteilung

Düsseldorf, 10. Juli 2015. Statkraft, Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energien, sieht die energiepolitischen Beschlüsse von CDU, CSU und SPD sowie das vom BMWi vorgestellte Weißbuch zwiespältig. Eine freie Preisbildung, wichtig für die wirtschaftliche Perspektive klimafreundlicher und flexibler Kraftwerke, kann aufgrund gezielter Markteingriffe nicht stattfinden. Positiv hingegen bewertet Statkraft die vorgesehenen Änderungen im Regelleistungsmarkt.

Die im Weißbuch vorgeschlagene Kapazitätsreserve ist nicht die Wunschlösung von Statkraft. Das Unternehmen hatte sich im Vorfeld für einen umfassenden Kapazitätsmarkt eingesetzt, um zukünftig Investitionen in flexible Kraftwerke und Speicher zu ermöglichen. Der anvisierte Energy-Only Markt 2.0 mit fokussierten Markteingriffen schließt  hingegen klimafreundliche und flexible Anlagen wie Gaskraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke aus. Diese Anlagen sind jedoch wichtig für eine erfolgreiche Integration des wachsenden Anteils schwankender Erzeugung aus erneuerbarer Energie in den bestehenden Strommarkt.  

"Das Fehlen einer wirtschaftlichen Perspektive für moderne und hocheffiziente Kraftwerke, die nicht gerade im Süden Deutschlands stehen, finde ich sehr enttäuschend“, sagt Dr. Jürgen Tzschoppe, Mitglied des Vorstandes und verantwortlich für Market Operations & IT. Um dem Gesamtziel von Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit von Strom an dieser Stelle Rechnung zu tragen, schlägt Statkraft vor, effiziente und klimafreundliche Kraftwerke und Speicher, die von der Stilllegung bedroht sind, in eine befristete Förderung vergleichbar der Förderung von KWK-Anlagen aufzunehmen, bis die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Strommarktes greifen.

Statkraft begrüßt Reform des Regelleistungsmarkts

Positiv hingegen bewertet Statkraft die vorgeschlagenen Änderungen zur Öffnung des Regelleistungsmarkts. Das Unternehmen dringt nun auf eine zügige und konsequente Umsetzung durch die Einführung separater Ausschreibungen von positiver und negativer Primärregelleistung sowie kürzeren Ausschreibungsfristen.

Für die Teilnahme von neuen Technologien wie Batterien und erneuerbaren Energieanlagen am Regelleistungsmarkt und deren optimale Integration fordert Statkraft außerdem einen konkreten Zeitplan für die Anpassung der Präqualifizierungsanforderungen sowie deren einheitliche, technologieoffene Anwendung. Die bisherigen, auf konventionelle Kraftwerke ausgelegten Anforderungen schließen neue Technologien und erneuerbare Energien aus.

Über Statkraft:
Statkraft ist international führend in Wasserkraft und Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Konzern erzeugt Strom aus Wasser, Wind und Gas, produziert Fernwärme und ist ein bedeutender Akteur im Energiehandel. Statkraft beschäftigt 3.700 Mitarbeiter in über 20 Ländern.