Solar Wiki

Rund um das Thema Photovoltaik (PV) gibt es eine Vielzahl von Fachbegriffen, die sich erst mit ein paar Erläuterungen wirklich verstehen lassen. Hier finden Sie die „Übersetzungen“ der wichtigsten Begriffe und Themen:

Autarkiegrad

Das Verhältnis des selbst erzeugten Solarstroms zum gesamten Stromverbrauch. Ein Autarkiegrad von 100% entspricht der kompletten Eigenversorgung mit selbst erzeugtem Strom.

Dachnutzungsvertrag

Vertrag zwischen dem Eigentümer des Dachs und dem Eigentümer der Solaranlage. Er regelt, in welchem Umfang die Dachfläche zur Aufstellung und zum Betrieb der Solaranlage genutzt werden darf.

Dienstbarkeit

Eine Eintragung zur Absicherung der Dachfläche für die auf Pacht-Basis zur Verfügung gestellte Photovoltaik-Anlage. Dienstbarkeit ist ein Nutzungsrecht, das dem jeweilig Begünstigten zusichert, das Dach in konkret beschriebener Weise nutzen zu dürfen. Ein Nutzungsrecht stellt keine Belastung des Grundstückes dar, sondern lediglich eine Berechtigung. Sie stellt sicher, dass die Solaranlage im Falle einer Insolvenz des Kunden oder des Immobilienbesitzers, bei einem Rechtsübergang (Verkauf, Vererbung) für die Laufzeit des Dachnutzungsvertrags auch auf dem Dach verbleiben darf.

Direktvermarktung

Statkraft stellt im Rahmen der Betriebsführung die nach EEG verpflichtende Direktvermarktung sicher. Überschüssiger Solarstrom wird von Statkraft im Rahmen der geförderten Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell vermarktet. Der Anlagenbetreiber wird für die direkt vermarkteten Strommengen entsprechend des Förderanspruches von Statkraft vergütet. Der Betreiber erhält fixe Erlöse für jede kWh Überschussproduktion über die volle Laufzeit.

EEG

Gemeint ist das „Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien“ (kurz: Erneuerbare-Energien-Gesetz, daher die Abkürzung EEG). Mit dem EEG wird die vorrangige Abnahme, Übertragung und Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energien gesetzlich geregelt. Die Vergütungssätze sind auf 20 Jahre festgesetzt.

EEG Umlage

Die Umlage ist Teil des Strompreises und soll der Förderung von Anlagen dienen, die aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne und Biomasse Strom erzeugen. Die Umlage gleicht bei Übertragungsnetzbetreibern die Differenz zwischen den Kosten der Einspeisevergütungen für Strom aus regenerativen Kraftwerken und den Einnahmen, die durch den Verkauf dieses EEG-Stroms über die Strombörse erzielt werden. Grundlage dafür ist das EEG (§ 60 EEG und § 61 EEG).

Eigene Energiewende

Der individuelle Beitrag von Individuen, Institutionen und Organisationen zur Energiewende, z.B. durch Nutzung von erneuerbaren Energien für Strombedarf durch Eigenverbrauch.

Energiewende

Realisierung eines Energieversorgungssystems, das auf erneuerbaren Energien basiert. Bis zum Jahre 2050 soll Deutschland seine Energie zu 80% aus regenerativen Quellen (Sonnen- und Windenergie, Wasserkraft, Geothermie, Biomasse) beziehen. Das zweite Pfeiler der Energiewende ist die Verringerung des Energieverbrauchs durch sparsame und effiziente Nutzung.

Eigenverbrauch/-versorgung

Die Strommenge, die eine natürliche oder juristische Person im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit der Stromerzeugungsanlage selbst verbraucht, wenn der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird und diese Person die Stromerzeugungsanlage selbst betreibt (vgl. § 5 Nr. 12 EEG).

Eigenverbrauchsquote

Verhältnis der selbst verbrauchten Strommenge aus eigener Erzeugung zur gesamten selbst erzeugten Energiemenge. Ein Beispiel: 10.000 kWh werden selbst generiert (z.B. durch eine Solaranlage auf dem eigenen Dach). Der Erzeuger nutzt 75.000 kWh davon selbst, die restliche Menge wird ins Stromnetz eingespeist. Die Eigenverbrauchsquote beträgt dann 75.000/100.000 = 75%.

Einspeisevergütung

Dies ist die vom Netzbetreiber gezahlte Vergütung für die Einspeisung von aus erneuerbaren Energien gewonnenem Strom ins Stromnetz. Die Einspeisevergütung ist gemäß EEG nach Größe und Technologie gestaffelt. Anlagenbetreiber können sich eine garantierte Einspeisevergütung über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg sichern.

Lastkurve/-profil

Der Stromverbrauch eines Haushaltes oder eines Unternehmens unterliegt Schwankungen je nach Tageszeit, Wochentag und Jahreszeit. Die Aufzeichnung dieses Verlaufes über einen bestimmten Zeitraum, normalerweise 24-Stunden-Tag und Woche, wird als Lastkurve oder Lastprofil bezeichnet.

Pacht

Vertragliche Überlassung des Gebrauchs und des Genusses der Früchte einer Sache oder eines Rechts gegen Entgelt (§§ 581–597 BGB), den so genannten Pachtzins. Im Vergleich zur Miete wird nicht nur die Nutzung, sondern auch der Ertrag der Sache mit überlassen, also z.B. der Obstertrag von Grundstücken mit Obstbäumen. Oder bei Sonnenenergie der Stromertrag der installierten PV-Module.

Der Unterschied von Pacht und Miete lässt sich am Beispiel eines Pferdes gut darstellen: Ein gemietetes Pferd dürfte man z.B. reiten. Bei einem gepachteten Pferd gehören dem Pächter auch die während der Pachtzeit geborenen Fohlen.

Pachtvertrag

Vertrag über die Nutzung der Solaranlage und aller elektrischer Komponenten, die im Eigentum von Statkraft bleiben.

Photovoltaik-/Solarstromanlage (PV-Anlage)

Hiermit wird umweltfreundlicher Solarstrom produziert. Durch den sog. photoelektrischen Effekt wird Sonnenlicht in Gleichstrom umgewandelt. Eine typische PV-Anlage besteht aus:

  • den Photovoltaik-Modulen,
  • einem Wechselrichter zur Wandlung von Gleichstrom in Wechselstrom,
  • einer Steuerung zur Verteilung an Verbraucher oder Batteriespeicher,
  • einem Zählersystem zur Aufzeichnung der eingespeisten und bezogenen Energiemengen.

Reststrom

Strombedarf, der nicht durch den von der PV-Anlage produzierten Strom abgedeckt werden kann und deshalb aus dem Netz bezogen werden muss.

Statkraft als Energieversorgungsunternehmen steht selbstverständlich auch als Lieferant für Reststrombedarf zur Verfügung.

Service- und Wartungsvertrag

Statkraft sorgt mit fachgerechter Wartung für einen reibungslosen Betrieb der PV-Anlage über die gesamte Laufzeit.

Solar 2.0

In den vergangenen Jahren bestand das typische Solar-Modell darin, selbst langfristig in eine Solaranlage zur Stromerzeugung für das Netz zu investieren ("Solar 1.0"). Durch eine garantierte Einspeisevergütung amortisierten sich solche Anlagen meist innerhalb von ca. acht Jahren und das eingesetzte Kapital fuhr Renditen im zweistelligen Prozentbereich ein. Nachhaltigkeitsgedanken spielten dabei meist nur eine untergeordnete Rolle. Doch die Einspeisungsvergütungen sind in den vergangenen Jahren schrittweise gesenkt worden. Als reines Finanzinvestment auf Basis des Gesetzes für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) sind solche Modelle daher zusehends unattraktiv geworden.

Eigenverbrauchsmodelle werden daher auch als "Solar 2.0" bezeichnet, denn sie funktionieren weitgehend unabhängig von der Höhe der Einspeisevergütung und setzen auf den Verbrauch des selbst günstig produzierten Stroms.

Speicher

Heute verbaute Systeme sind später problemlos durch Speichersysteme zur weiteren Steigerung des Eigenverbrauchs erweiterbar.

Vergütungssätze

In einem dreimonatigen Rhythmus werden die neuen Sätze für die Einspeisevergütung bekannt gegeben. Hier finden Sie die aktuelle Vergütung für Photovoltaikanlagen.

Virtuelles Kraftwerk

Ein virtuelles Kraftwerk schaltet kleinere, dezentrale Erzeugungseinheiten zu einem Verbund zusammen, um Stromschwankungen besser ausgleichen zu können. So können im Rahmen der Direktvermarktung die Produktion der Nachfrage angepasst und negative Preise an der Strombörse vermieden werden. Mehr erfahren Sie auch hier.