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Die Ermittlung der Redispatch-Ausfallarbeit

Die Neuregelungen des Redispatch 2.0 für grundlegende Marktprozesse betreffen alle Anlagen über 100 kW gleichermaßen. Insbesondere sind die Anlagenbetreiber betroffen, deren Anlagen aktuell regelmäßig durch den Netzbetreiber abgeregelt werden. Sie müssen die neuen Prozesse zur Ermittlung und Entschädigung der Ausfallarbeit beachten. Das neue Gesetz sieht hierfür eine weitere wichtige Marktrolle vor – die Rolle des Betreibers einer technischen Ressource (BTR). Er kümmert sich zentral um die Ermittlung und Abstimmung der Ausfallarbeit der Redispatch-Maßnahmen mit dem Netzbetreiber. Wir fassen alle Neuerungen rund um das Thema Ausfallarbeit für Sie zusammen.

Die Festlegung der Abrechnungsvariante Ihrer Ausfallarbeit

Der Betreiber ist angehalten, die Berechnungsvariante für seine Ausfallarbeit bis zum 30. Juni 2021 festzulegen und dem Netzbetreiber mitzuteilen. In der Regel sollte die Berechnung der Ausfallarbeit nach dem Spitzabrechnungsverfahren durchgeführt werden, wenn Wetterdaten für die Anlage vorliegen. Sollte das nicht der Fall sein, können neuerdings andere Wetterdaten z.B. von Referenzanlagen für die Berechnung herangezogen werden. Diese Abrechnungsvariante wurde neu definiert und wird als Spitz-Light-Abrechnungsvariante bezeichnet. Die Anlagen, die nicht über Wetterdaten verfügen, können nach der Pauschalabrechnungsmethode abgerechnet werden, bei der die letzten 15 Minuten vor einer Redispatch-Maßnahme fortgeschrieben werden. Diese Abrechnungsvariante ist nur im Prognosemodell zulässig.

Anders als in der Vergangenheit kann der Betreiber nicht mehrere Abrechnungsvarianten am Jahresende vergleichen, um auf der Grundlage der Gesamtmengen eine Entscheidung zu treffen. Die gewählte Abrechnungsvariante ist für das gesamte Jahr festgelegt und kann erst wieder zum 30. November 2021 geändert werden.

Die Kompensation der Redispatch-Ausfallarbeit

Mit der Einführung des neuen Redispatch-Systems ändern sich auch die Zahlungsströme der Entschädigungszahlungen für den Betreiber. Da dem Einsatzverantwortlichen die Redispatch-Ausfallmengen bilanziell gutgeschrieben werden, ist er für die Kompensation des Marktwerts verantwortlich. Die Entschädigung über den Marktprämienanteil erhält der Betreiber vom Netzbetreiber. Insgesamt wird der Betreiber mit dem vollen anzulegenden Wert entschädigt und hat damit keinen finanziellen Nachteil.

Entschädigungsanspruch vom Einsatzverantwortlichen: Ausfallmenge * Marktwert

Entschädigungsanspruch vom Netzbetreiber: Ausfallmenge * Marktprämie

Die Rolle des Betreibers einer technischen Ressource (BTR)

Der Betreiber einer technischen Ressource ist verantwortlich für alle Prozesse, die für die Ermittlung der Ausfallarbeit notwendig sind. Er ist zentraler Ansprechpartner für die Ermittlung der Ausfallmenge. Zu seinen Aufgaben gehört die Übermittlung von meteorologischen Daten per EDIFACT und die Bestätigung bzw. Klärung der Ausfallmenge gegenüber dem Netzbetreiber. Diese Rolle ist insbesondere wichtig für diejenigen Parks, die von vielen Abschaltungen durch den Netzbetreiber betroffen sind und entsprechend hohe Ausfallmengen aufweisen.

Wir übernehmen die Rolle des Betreibers einer technischen Ressource (BTR) gerne fürs Sie. Wir sind mit Marktkommunikationsprozessen über EDIFACT vertraut und können die meteorologischen Daten im angeforderten Format für Sie an den Netzbetreiber übertragen und die Ermittlung der Ausfallarbeit je nach gewünschtem Ausmaß für Sie anbieten.

Bei der Klärung der Ausfallarbeit unterscheiden wir zwischen diesen beiden Fällen (im Prognosemodell):

  1. Windparks, die aktuell nicht von Eisman betroffen sind: Sollten diese Anlagen wider Erwarten in Zukunft vereinzelt vom Netzbetreiber abgeregelt werden, bestätigen wir die Erstberechnung des Netzbetreibers über die Ausfallarbeit für Sie. Sie brauchen nichts weiter zu tun.
  2. Windparks, die regelmäßig vom Netzbetreiber abgeregelt werden: In diesem Fall bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die Erstberechnung des Netzbetreibers über die Ausfallmenge nach Ihrer gewünschten Berechnungsvariante selbst zu prüfen oder durch Dritte prüfen zu lassen. Sie können die vom Netzbetreiber aufgeführten Mengen in unserem Kundenportal prüfen und einen Gegenvorschlag einreichen, der über unser Portal im geforderten Format an den Netzbetreiber übermittelt wird.

In beiden Fällen nehmen wir offiziell die Rolle des Betreibers einer technischen Ressource (BTR) für Sie ein und übernehmen die Datenaustauschpflichten und die Kommunikation gegenüber dem Netzbetreiber. Sollten sie die Rolle BTR nicht an Statkraft übergeben, benötigt Statkraft als ihr Direktvermarkter dennoch die Informationen über die Ausfallarbeit, da diese für die Bewirtschaftung des Bilanzkreises notwendig sind.

Auch die Rolle des Betreibers einer technischen Ressource muss im Rahmen der initialen Stammdatenmeldung ab dem 1. Juli 2021 festgelegt werden. Besprechen Sie die möglichen Vorgehensweisen mit Ihrem Ansprechpartner bei Statkraft und finden Sie gemeinsam mit uns eine passende Lösung für Ihre Anlage.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich gerne an Ihren persönlichen Ansprechpartner oder schreiben Sie uns unter direktvermarktung@statkraft.de. Wir werden alle Fragen gerne beantworten und zu einem späteren Zeitpunkt in Form von FAQs zur Verfügung stellen.

Haben Sie noch weitere Fragen? Unser Team der Direktvermarktung hilft Ihnen gerne weiter!

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Marc Kohlenbach
Head of Sales Germany
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Senior Key Account Manager
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