Folgen des Klimawandels teurer als das Erreichen der Klimaziele

10.09.2019 14.48 | Pressemitteilung

Erneuerbare Energien wie Solar und Wind werden deutlich günstiger. Im Low Emissions Szenario 2019 von Statkraft werden die Kosten für erneuerbare Technologien in den nächsten Jahrzehnten stark sinken. Die Kosten für den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft sind daher weitaus geringer als die Kosten, die die Welt tragen muss, wenn die globale Erwärmung nicht begrenzt wird.

Statkraft entwickelt jedes Jahr ein Low Emissions Szenario und analysiert die Entwicklungen auf den globalen Energiemärkten. Die Analysen werden verwendet, wenn Statkraft neue Investitionen in Betracht zieht. Zum vierten Mal in Folge veröffentlicht Statkraft diese langfristigen Analysen.

Während die globalen energiebedingten Emissionen im Einklang mit einem 2-Grad-Ziel stehen, analysiert der diesjährige Bericht auch, was erforderlich ist, um in Europa das 1,5-Grad-Ziel anzustreben.

Ein überraschendes Ergebnis im Bericht ist der relativ geringe Kostenunterschied im Vergleich zum 2-Grad-Ziel. Wenn wir 1,5 Grad anstreben, werden die Kosten des Energiesystems im Jahr 2050 deutlich unter 1 Prozent des europäischen BIP liegen. Weltweit schätzen verschiedene Experten die Kosten einer Erwärmung um 2 bis 3 Grad bis 2100 auf 5 bis 10 Prozent des globalen BIP.

Die größte Änderung im diesjährigen Bericht ist weitherin, dass wir die Kostenschätzungen für Solaranlagen erneut nach unten anpassen. Im Low-Emissions-Szenario steigt die globale Solarstromkapazität bis 2050 um das 30-fache, und der Stromsektor wird im gleichen Zeitraum zu 80 Prozent erneuerbar sein. Gleichzeitig bedeutet dies, dass Erdgas zur größten Quelle für Treibhausgasemissionen wird.

Erneuerbaren Energien machen Strom als Energiequelle für Verkehr, Gebäude und Industrie immer attraktiver. Dies führt dazu, dass die energiebedingten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 44% sinken, was dem 2-Grad-Ziel entspricht. Die Analysen zeigen, dass Strom und Wasserstoff bereits 2025 mit Diesel als Antrieb für Lkws konkurrieren können. 2050 werden fast alle neuen Pkw und mehr als die Hälfte der neuen Lkw mit Strom oder Wasserstoff angetrieben.

„Wenn der Energiemarkt das 1,5 Grad-Ziel erreichen soll, bedarf es wesentlich zügigerem Handeln, und die Maßnahmen müssen früher als geplant umgesetzt werden. Unsere Analysen zeigen, dass ein Ziel von 1,5 Grad realisierbar ist. Es ist dringend, und es wird erhebliche Anstrengungen von Politik und Wirtschaft erfordern", sagt Henrik Nissen Sætness, Head of Strategy and Analysis bei Statkraft.