Niedrige Strompreise in Skandinavien beeinflussten die Ergebnisse im zweiten Quartal

23.07.2020 10.51 | Börseninformationen

Q2

(Oslo, 17. Juli 2020) Trotz der Covid-19-Pandemie und der starken Schneeschmelze in Norwegen konzentriert sich Statkraft weiterhin auf einen zuverlässigen und sicheren Betrieb. Die nordischen Strompreise standen seit Beginn des Jahres 2020 unter Druck und sackten im zweiten Quartal stark ab.

„Die starke Schneeschmelze hat in Skandinavien zu außergewöhnlich niedrigen Strompreisen während des Frühlings und Sommers geführt, was zu einem schwachen Ergebnis im zweiten Quartal geführt hat. Die finanzielle Lage von Statkraft ist robust. Wir entwickeln weiterhin neue Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien in unseren bestehenden Märkten“, so CEO Christian Rynning-Tønnesen.

Ein erheblicher Wasserüberschuss aufgrund hohen Schneeaufkommens hat die Strompreise in den nordischen Ländern unter Druck gesetzt. Im zweiten Quartal war der durchschnittliche nordische Strompreis mit 5,60 Euro/MWh außergewöhnlich niedrig, was einen Rückgang von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 bedeutet. Die Gesamterzeugung stieg im Quartal um 3,6 TWh auf 15,9 TWh an. Der Zuwachs bei der Stromerzeugt betraf in erster Linie die nordischen Wasserkraftwerke.

Statkraft verzeichnete im zweiten Quartal 2020 einen negativen bereinigten EBIT in Höhe von etwa 11 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 291 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Einbruch war hauptsächlich auf die erheblich niedrigeren nordischen Strompreise zurückzuführen.

Eine Stärkung der Norwegischen Krone führte zu positiven Währungseffekten in Höhe von etwa 245 Millionen Euro, die weitgehend unrealisiert sind. Der Nettogewinn im Quartal belief sich auf 46 Millionen Euro, ein Rückgang um 154 Millionen Euro.

Die Liquidität von Statkraft ist solide, und die hohe Bonität des Unternehmens wurde erst kürzlich durch Rating-Agenturen bestätigt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Quartal etwa 28 Millionen Euro. Das Verhältnis der verzinslichen Nettoverschuldung zum Eigenkapital belief sich am Quartalsende auf 20,7 %.

Für das erste Halbjahr 2020 wies Statkraft ein zugrunde liegendes EBIT von etwa 377 Millionen Euro aus, was einem Minus von 506 Millionen Euro im Vorjahresvergleich entspricht. Der Hauptgrund für den Umsatzrückgang waren die niedrigen nordischen Strompreise. Das Nettoergebnis für das erste Halbjahr wurde ebenfalls durch Wertminderungen und negative Währungseffekte beeinflusst und ergab einen Verlust von 132 Millionen Euro.

Im Juni wurde der Geschäftsbetrieb des Wasserkraftwerks Moglicë in Albanien aufgenommen. In Albanien wird Statkraft nun 700 GWh Strom pro Jahr erzeugen, was etwa 13 Prozent der gesamten Stromerzeugung des Landes entspricht.

Aufgrund des Ausbruchs der Covid-19-Pandemie wurden Anfang dieses Jahres drei Bauprojekte in Großbritannien, Chile und Indien vorübergehend gestoppt. Diese Projekte werden unter Einhaltung der jeweiligen nationalen Vorgaben schrittweise wieder aufgenommen.

Der Unternehmensstrategie folgend baut Statkraft das Kundengeschäft weiter aus und hat dazu in Skandinavien einen Stromliefervertrag mit einer Laufzeit von zwölf Jahren und einem jährlichen Vertragsvolumen von 500 GWh unterzeichnet. Außerdem hat Statkraft drei neue Greenfield-Windprojekte in Europa erworben.

Die Investitionskapazität von Statkraft hat sich zwar aufgrund niedrigerer, erwarteter Energiepreise verringert, liegt aber immer noch auf einem beträchtlichen Niveau. Das Wachstumsziel, bis 2025  eine zusätzliche Kapazität von 9 GW zu entwickeln, wird weiterhin verfolgt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass mehr abschlossene Projekte weiterveräußert werden, als anfänglich geplant war. Der Investitionsplan wird an die Marktentwicklung und die Verpflichtung des Unternehmens gegenüber dem bestehenden Rating-Ziel angepasst.