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Länderserie: Die Vereinigten Staaten sind immer noch ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Seit der Eröffnung eines Büros in den USA durch Statkraft im Jahr 2015 dreht sich das US-Geschäft des Unternehmens hauptsächlich um den Handel mit CO2-Zertifikaten und Herkunftsnachweisen. Statkraft ist nun gut positioniert, um zusätzliche Chancen in einem schnell wachsenden Markt für erneuerbare Energien zu nutzen.

Patrick Pfeiffer
Leiter Statkraft USA

Patrick Pfeiffer ist Managing Director der Statkraft-Aktivitäten in den USA mit Sitz in San Francisco, Kalifornien.

"Als ich 2015 bei Statkraft anfing, wusste in den USA niemand, wer oder was Statkraft ist", sagt Patrick Pfeiffer, Geschäftsführer von Statkraft US. Das war insofern nicht überraschend; obwohl Statkraft Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energien ist, war das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt in den USA nicht aktiv. Und als sich das Unternehmen dort niederließ, tat es das nicht als Erzeuger oder Verkäufer erneuerbarer Energien.

"Alles begann mit dem Kauf und Verkauf von CO2-Zertifikaten", sagt Pfeiffer. Ein „carbon credit" in den Vereinigten Staaten, ähnlich dem europäischen Quotensystem ETS, gibt die Erlaubnis, eine Tonne CO2 auszustoßen.

"Wir haben festgestellt, dass der beste Weg, den US-Markt kennenzulernen, darin besteht, kommerziell an dieser Art des Handels teilzunehmen. Um erfolgreich zu sein, brauchten wir ein tiefes und grundlegendes Verständnis sowohl der amerikanischen als auch der kanadischen Politik in diesem Bereich, und das haben wir uns angeeignet. Auf diese Weise konnten wir ein solides Fundament für Statkraft aufbauen, ohne zu viel Risiko eingehen zu müssen. Wir sind jetzt mit den Märkten, in denen wir tätig sind, vertraut, wir haben neue Märkte identifiziert und wir sind bereit, unser Geschäft weiterzuentwickeln."

Sun and solar panels
Nur etwa ein Fünftel des Stroms in den Vereinigten Staaten stammt aus erneuerbaren Quellen, aber der Anteil steigt. (Foto: Shutterstock)

An der Westküste zu Hause

Statkraft US hat seinen Hauptsitz in San Francisco an der Westküste der Vereinigten Staaten. Dies war keine zufällige Wahl, denn an der Westküste befindet sich das Silicon Valley, in dem sich die Hauptsitze vieler der größten Technologieunternehmen der Welt befinden. Kalifornien gehört auch zu den Staaten mit den ambitioniertesten Klimaambitionen, und hat sich zu einem starken Wachstum der Nutzung erneuerbarer Energien und zur Senkung der Treibhausgasemissionen verpflichtet.

"Wir konzentrieren uns auf die amerikanischen Bundesstaaten, die Klimaambitionen haben und mehr erneuerbare Energien in ihrem Energiemix wollen", sagt Pfeiffer.

Kalifornien plant, seinen Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 60 Prozent zu erhöhen und bis 2045 zu 100 Prozent kohlenstofffrei zu sein. New York, Oregon, Massachusetts und einige andere Staaten haben ähnliche Ambitionen.

Wind turbines and an old oil rig
Fossile Energie ist in den Vereinigten Staaten stark aufgestellt. Das Bild stammt aus dem westlichen Teil von Texas, wo alte Bohrinseln neben neueren Windkraftanlagen Öl pumpen. (Foto: Shutterstock) 

Die doch-nicht-so-vereinigten Staaten?

Die USA sind eine Föderation von 50 Staaten, die sich nicht immer in die gleiche Richtung entwickeln – auch, was die Energie- und Klimapolitik angeht.

Der ehemalige Präsident Donald Trump erregte international große Aufmerksamkeit, als er die Vereinigten Staaten 2017 aus dem Pariser Abkommen zurückzog, aber das hinderte 25 Gouverneure nicht daran, das Abkommen im Namen ihrer Bundesstaaten zu unterzeichnen. Obwohl Trump mehr um den Wiederaufbau der US-Kohleindustrie besorgt zu sein schien, kämpfte die Hälfte der Bundesstaaten des Landes weiterhin dafür, dass die Vereinigten Staaten ihre internationalen Klimaverpflichtungen erfüllen.

Nachdem Joe Biden im Januar 2021 Präsident wurde, traten die Vereinigten Staaten wieder in das Pariser Abkommen ein. Auf dem COP26-Klimagipfel in Glasgow im Jahr 2021 kündigte der Präsident an, dass das Land seine Emissionen bis 2030 um 50 bis 52 Prozent im Vergleich zu 2005 senken wird.

Das sind gute Nachrichten, aber die Worte des Präsidenten und die Entscheidungen des Kongresses sind nicht die einzigen Dinge, die zählen. In den USA ist es genauso wichtig, was die einzelnen Staaten – und die großen Unternehmen – tun, um die Klimaziele zu erreichen.

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Der Ausbau erneuerbarer Energien

In einer Welt, in der alles elektrifiziert werden muss, um die Klimaziele zu erreichen, kommt es darauf an, woher der Strom kommt.

Nach Angaben der US-amerikanischen Energy Information Administration (EIA) stammen derzeit nur etwa 20 Prozent des US-Stroms aus erneuerbaren Quellen. Doch auch wenn der Anteil der erneuerbaren Energien bescheiden ist, ist er in den letzten 20 Jahren stark gewachsen, vor allem bei Wind- und Solarenergie.

Etwa ein Drittel der erneuerbaren Energien stammt aus Wasserkraftwerken, aber die Produktion ist seit Mitte der 1970er Jahre nicht gestiegen. Dies ist auf einen vollständigen Stillstand in der Entwicklung von Wasserkraftwerken zurückzuführen, die durch den Bau von Staudämmen große Auswirkungen auf Natur oder Umwelt haben. Es gibt daher wenig Chancen, dass in den kommenden Jahren weitere große Wasserkraftwerke mit Stauseen in den USA gebaut werden, aber Laufwasserkraftwerke könnten noch entwickelt werden.

Auf der anderen Seite wird erwartet, dass der Ausbau der Wind- und Solarenergie stark zunehmen wird, weil sich die USA insgesamt zu großen Klimasenkungen verpflichtet haben und weil immer mehr Unternehmen "grün" werden wollen.

Office buildings with solar panels on the roof
Mehrere der Bürogebäude im Silicon Valley in der Nähe von San Francisco sind mit Sonnenkollektoren auf dem Dach ausgestattet. (Foto: Shutterstock)

Grüne Technologie

"Einige der Unternehmen, mit denen wir CO2-Zertifikate und Herkunftsnachweise handeln, sind große Industriekonzerne, die ihre Emissionen reduzieren müssen, oder Produzenten erneuerbarer Energien, die langfristige Vereinbarungen mit Energiekunden benötigen, um die Projektfinanzierung zu sichern", sagt Pfeiffer.

"Wir können hier als wichtiges Bindeglied zwischen Produzenten und Verbrauchern dienen. Wenn die großen Technologieunternehmen nachhaltiger wirtschaften wollen, brauchen sie Garantien, dass der Strom, den sie kaufen, aus erneuerbaren Quellen stammt. Statkraft hat es geschafft, sich als zuverlässiger, wertorientierter und finanziell solider Verkäufer solcher Garantien zu etablieren. Die Unternehmen wissen, dass Statkraft vertrauenswürdig ist, und das gibt ihnen Sicherheit."

Patrick Pfeiffer ist überzeugt, dass sich Statkraft für weiteres Wachstum auf dem amerikanischen Markt gut positioniert hat, nicht zuletzt für international aktive amerikanischen Unternehmen.

"Unter anderem haben wir ein Team aufgebaut, das sich dafür einsetzt, dass amerikanische Technologieunternehmen Zugang zu erneuerbaren Energien erhalten, wenn sie sich in anderen Ländern, insbesondere in Europa, niederlassen. Statkraft ist sehr gut positioniert, um unter anderem Rechenzentren mit erneuerbarer Energie zu versorgen", sagt er.

"Statkraft produziert nicht nur in vielen Ländern erneuerbare Energie, wir können auch Strom von einer großen Anzahl von Produzenten in ganz Europa kaufen und verkaufen."

Foto: Shutterstock

Statkraft in den USA

  • Gegründet in den USA im Jahr 2015
  • Sitz in San Francisco, Kalifornien
  • Erleichtert Transaktionen in den Märkten für CO2 und erneuerbare Energien
  • Unterstützt US-Unternehmen beim Kauf erneuerbarer Energien von Statkraft

Nächster Schritt

Ein Bereich, in dem Statkraft über Expertise verfügt, ist der Handel mit Power Purchase Agreements (PPAs). Ein PPA ist im Grunde eine langfristige Vereinbarung zwischen einem Stromerzeuger und einem Kunden, z. B. einem Industrieunternehmen.

Stromangebot und Nachfrage können stark variieren. Als Beispiel können auf der einen Seite viele und kleine Stromerzeuger stehen, auf der anderen Seite ein Unternehmen, das eine bestimmte Menge an Grünstrom einkaufen möchte. Ein Abkommen zu schaffen, das für beide Seiten funktioniert, ist daher ein sehr komplizierter, zeitaufwendiger Prozess und vor allem für die Abnehmerseite mit Preis- und Lieferrisiken verbunden.  Ein Unternehmen wie Statkraft kann dank seines Portfolios und seiner Erfahrung und Kompetenzen im Energiemarkt die Bedürfnisse beider Seiten so bedienen, dass die entsprechenden Prozesse vereinfacht und Risiken minimiert werden. Dies bietet Vorhersehbarkeit sowohl für den Stromerzeuger als auch für den Kunden.

"Diese Art von Geschäft ist wahrscheinlich der nächste Schritt für Statkraft in den USA", sagt Pfeiffer.

"Mit immer mehr Produzenten erneuerbarer Energien wird es einen Bedarf an einem Vermittler geben, der sicherstellen kann, dass Stromerzeuger Geld verdienen und dass die Kunden stabile Stromlieferungen erhalten. Statkraft hat damit Erfahrung und ist somit ein verlässlicher Partner für Unternehmen, die eine stabile Versorgung mit sauberer, erneuerbarer Energie anstreben."

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Bildunterschrift: In den USA ist alles groß – auch dieser Solarpark außerhalb von Austin, Texas. (Foto: Shutterstock) 

Viele Möglichkeiten

Mehrere norwegische Unternehmen wie Equinor, Aker Offshore Wind und Fred. Olsen Windcarrier treten in den US-Markt für erneuerbare Energien ein, insbesondere bei Offshore-Windprojekten. Statkraft hat bisher keine Pläne, Offshore-Windparks oder Solarparks in den USA zu bauen, zu kaufen oder zu betreiben.

"Es gibt keine konkreten Pläne, aber wir werden nichts ausschließen", sagt Pfeiffer. "Es wäre für Statkraft angesichts unseres aktuellen Standings einfacher, einen Windpark oder ein Solarkraftwerk zu kaufen, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir das tun sollten. Statkraft verfügt über Expertise in so vielen Bereichen rund um erneuerbare Energien. Vielleicht sollten wir in den USA als Entwickler von Ladestationen für Elektroautos oder in die Produktion von Wasserstoff investieren? Wer weiß? Die Vereinigten Staaten sind ein großer Markt mit großen Chancen."

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