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Zwei Grad zu viel: Sauberer Wasserstoff bringt den Planeten auf 1,5-Grad-Kurs

09 Mrz, 2022

Statkrafts jährlich erscheinendes Low Emissions Scenario drängt auf umfangreichere Maßnahmen, um den globalen Kurs zu ändern und dem 1,5-Grad-Klimaziel näher zu kommen. Erneuerbare Energien bleiben das Herzstück dieser Strategie, aber ohne sauberen Wasserstoff werden wir nicht erfolgreich sein, so der Bericht.

Die Weltgemeinschaft stellt sich der globalen Herausforderung, die Erwärmung unseres Planeten zu verlangsamen. Es ist die Aufgabe unseres Jahrhunderts, eine Aufgabe, die unsere Generation bestimmen wird. Doch während sich die Welt langsam wieder öffnet, kehren auch die Emissionen auf das Niveau von vor der Pandemie zurück, was uns in unserer Überzeugung bestärkt, dass der einzige Weg zu einem 1,5-Grad-Ziel die Energiewende ist.

Unser Planet wird sich voraussichtlich um 2,7 Grad erwärmen. Statkrafts Low Emissions Scenario 2021 ist jedoch vorsichtig optimistisch und geht davon aus, dass eine starke Dynamik zwischen Politik, sinkenden Technologiekosten und effektiven Marktlösungen die Emissionen weiter senken wird - so dass ein 2-Grad-Pfad in Reichweite ist. Trotz dieses potenziellen Fortschritts wird ein Temperaturanstieg von 2 Grad immer noch erhebliche Folgen für die Menschen und den Planeten haben, und es müssen drastische Maßnahmen ergriffen werden, um den Planeten auf einen 1,5-Grad-Kurs umzusteuern.

Das 1,5-Grad-Ziel erfordert die umfassende Umgestaltung der globalen Energiesysteme

Das lebenswertere und weniger kostspielige Szenario für die Menschheit besteht darin, die Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Dieses Ziel wird durch das Pariser Abkommen unterstützt und entspricht den düsteren Warnungen des Sonderberichts des UN-Weltklimarats (IPCC) für das Jahr 2021. 

Ein 1,5-Grad-Pfad erfordert eine rasche, drastische und globale Umgestaltung unserer Energiesysteme, um eine jährliche Emissionssenkung von sechs Prozent zu erreichen. Dieses Szenario lässt sich nur durch größere Investitionen in grüne Technologien, eine erhebliche Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen und die Elektrifizierung praktisch aller Bereiche verwirklichen.

Wasserstoff als viertes Standbein in einer Welt, die von Sonne, Wind und Wasser angetrieben wird 

Beim Übergang von einem 2-Grad- zu einem 1,5-Grad-Szenario spielt sauberer Wasserstoff eine Schlüsselrolle. Dies ist das Kernstück des Low Emissions Scenario 2021, das nun in seiner sechsten Auflage vorliegt. Die aktuelle 2-Grad-Prognose geht von einem Energiebedarf aus, der sich bis 2050 mehr als verdoppeln wird, und erwartet ein Wachstum der erneuerbaren Energien auf das Sechsfache der heutigen Erzeugungsmengen. Unser Bericht geht davon aus, dass diese Nachfrage innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte durch eine 17-fache Steigerung der Solar- und Windenergieproduktion und eine Verdopplung der Wasserkraft gedeckt werden kann.

Der Übergang von einem 2-Grad- zu einem 1,5-Grad-Szenario bedeutet, dass bis 2030 weitaus mehr Solar- und Windkapazitäten Teil der Lösung werden müssen. Darüber hinaus müssen sich neue Technologien schnell verbreiten, darunter sauberer Wasserstoff, der ohne CO2-Emissionen hergestellt wird und die rasche Dekarbonisierung emissionsintensiver Sektoren wie Industrie und Verkehr unterstützt. In unserem Low Emissions Scenario muss der Anteil des sauberen Wasserstoffs am Gesamtenergiebedarf von null auf fünf Prozent steigen, und sogar noch mehr, wenn wir uns dem 1,5-Grad-Ziel nähern wollen.

Kosten für die Erzeugung von sauberem Wasserstoff werden bis 2050 weiter sinken

Ein Faktor, der zu den hohen Kosten von sauberem Wasserstoff beiträgt, sind die für seine Herstellung erforderlichen Elektrolyseure. In den letzten fünf Jahren sind diese Kosten um 60 Prozent gesunken, ein Rückgang, der sich aufgrund zunehmender Automatisierung, Standardisierung und technologischer Verbesserungen voraussichtlich fortsetzen wird. Bis 2050 wird mit einer weiteren Kostensenkung um 60 Prozent gerechnet.

Die zunehmende Wirtschaftlichkeit von sauberem Wasserstoff wird dem Low Emissions Scenario zufolge zu einer bedeutenderen Rolle im Energiesystem beitragen. Die Hauptnachfrage nach sauberem Wasserstoff wird darin bestehen, fossilen Wasserstoff für die direkte Verwendung zu ersetzen, z. B. in Ammoniak, Methanol und Raffinerien. Es werden aber auch neue Anwendungsfälle entstehen, etwa in der Stahlproduktion und in der Schifffahrt. Sauberer Wasserstoff ist eine kosteneffiziente Alternative in Sektoren, in denen die Elektrifizierung eine Herausforderung darstellt, wie z. B. in der Schwerindustrie oder im Langstreckentransport zu Lande und zu Wasser. Und er ist eine der Antworten auf die Frage, wie man die Schwankungen von Energiequellen wie Sonne und Wind ausgleichen kann, um eine gleichmäßige Versorgung zu gewährleisten und saisonale Strompreisschwankungen zu verringern.

Wir müssen heute handeln

Auf dem Weg zu „Net Zero“ geht es nicht nur darum, dieses Ziel bis 2050 zu erreichen. Was wir vor und nach diesem Meilenstein tun, ist entscheidend und macht unsere Aufgabe, die Emissionen rasch zu reduzieren, noch dringlicher. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts halten wir trotz erheblicher Fortschritte nicht mit den Vorgaben des Pariser Abkommens Schritt. Die bisher erzielten Fortschritte müssen in den nächsten zehn Jahren verstärkt werden, um unseren Kurs zu korrigieren. 

Damit sich die Welt dem 1,5-Grad-Ziel nähern kann, müssen wir der Entwicklung und Vermarktung neuer, bereits erprobter Technologien, einschließlich sauberen Wasserstoffs, Vorrang einräumen, um eine Zukunft mit überwiegend erneuerbaren Energien zu erreichen.