Warum sind Co-Location-Batteriespeicher gerade jetzt so gefragt?
Natürlich ist die Volatilität der erneuerbaren Erzeugungsanlagen ein Grund dafür, dass Batteriespeicher weiterhin als Schlüsseltechnologie für die Energiewende gelten. Besonders in den letzten Jahren haben aber zwei weitere Herausforderungen zur zunehmenden Bedeutung der Speichertechnologie beigetragen:
Co-Location, also die gemeinsame Nutzung eines Standorts durch Speicher und Erzeugungsanlagen, bietet eine Lösung für diese aktuellen Herausforderungen und ist dadurch maßgeblich am weiteren Erfolg der Umgestaltung unseres Energiesystems beteiligt.
Das Problem mit den Netzanschlüssen: Das sind die Herausforderungen durch die Regulatorik
Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, warum die Vergabe von Netzanschlüssen derzeit immer wieder für Probleme sorgt: eine vermehrte Anzahl von Reservierungen und Projekten, lange Wartezeiten, fehlende gesetzliche Regelungen. Kurz gesagt: Die aktuelle Sachlage in puncto Netzanschluss erschwert die Realisierung von Speichern. Zwar könnte sich das im Zuge des Netzausbaus verbessern, derzeit und in absehbarer Zukunft werden Co-Location-Standorte aber auch dadurch zur oft einzigen praktikablen Alternative. Denn wenn ein bereits vorhandener Netzanschluss genutzt werden kann, verkürzen sich die Vorlaufzeiten für ein Projekt und die Wirtschaftlichkeit des Standortes kann relativ kurzfristig gesteigert werden.
Grünstrom oder Graustrom: Welche Arten von Co-Location-Anlagen gibt es?
Anders als ein Stand-Alone-Speicher teilen sich Co-Location-Anlagen immer den Netzanschluss mit einer Erzeugungsanlage. In der Regel verfügt eine Co-Location-Anlage außerdem über einen eigenen Wechselrichter: Es entstehen also zwei separate Systeme an einem Standort, die Erzeugungsanlage und der Batteriespeicher. Wird auch der Wechselrichter mit der Erzeugungsanlage geteilt kann man auch von einem Hybridkraftwerk sprechen, da hier nur ein gebündeltes System aus Erzeugungsanlage und Batteriespeicher entsteht.
Bei Co-Location-Anlagen wird außerdem unterschieden, ob die angeschlossene Batterie als Graustromspeicher oder als Grünstromspeicher betrieben wird. Das hängt grundsätzlich davon ab, ob der Batteriespeicher nur mit Strom aus einer Erneuerbaren-Erzeugungsanlage beladen wird oder auch Strom aus dem Netz bzw. einer Nicht-Erneuerbaren-Erzeugungsanlage bezieht.
Co-Location-Anlage mit Graustromspeicher
Wie in der Grafik zu sehen, ist die Verbindung zwischen dem Wechselrichter des Graustromspeichers beidseitig aktiv. Das heißt: Der Batteriespeicher kann nicht nur Strom ans Netz abgeben, sondern auch Strom aus dem Netz beziehen. Da im Netz nicht nur grüner Strom verwendet wird, spricht man von einem Graustromspeicher, also einem Speicher der Energie aus erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Quellen bezieht. Ein Stand-Alone Batteriespeicher fällt ebenso in diese Kategorie.
In dieser Konfiguration wird der Batteriespeicher wie ein Stand-Alone-Speicher vermarktet, mit dem Unterschied, dass kein dedizierter Netzanschluss notwendig ist.
Co-Location-Anlage mit Grünstromspeicher
Bei einer Co-Location-Anlage mit Grünstromspeicher, ist die Verbindung zwischen dem Wechselrichter des Batteriespeichers einseitig: Der Speicher kann in diesem Fall zwar Strom an das Netz abgeben, aber keinen Strom aus dem Netz beziehen. Es wird aber gleichzeitig eine Verbindung zwischen dem Wechselrichter der Erneuerbaren-Erzeugungsanlage und der Batterie geschaffen. So kann die Batterie grünen Strom aus der Anlage am Standort beziehen. Da kein Strom aus nicht-erneuerbaren Quellen für die Ladung des Batteriespeichers genutzt wird, spricht man von einem Grünstromspeicher.
Der große Vorteil dieses Setups ist die direkte Verbindung zur Erneuerbaren-Anlange: In Zeiten von Negativpreisen kann eine Co-Location-Anlage mit Grünstromspeicher mit überschüssigem Strom beladen werden. Der Batteriespeicher wandelt dadurch das Risiko negativer Preise sogar in einen Vorteil um. Gleichzeitig gehen dem Batteriespeicher aber auch Optimierungspotentiale aus dem Netzstrombezug verloren.
Die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst: Co-Location, Grünstrom, Graustrom, Hybridkraftwerk und Stand-Alone
Hybridkraftwerk
Art: gemeinsames System
Steuerung: geteilter Wechselrichter
Strombezug: aus der Erzeugungsanlage
Planung und Finanzierung: als eine gemeinsame Anlage
Speicherart: Grünstromspeicher (bei EE-Anlage)
Co-Location Grünstrom
Art: zwei unabhängige Systeme
Steuerung: dedizierte aber verbundene Wechselrichter
Strombezug: aus der Erzeugungsanlage
Planung und Finanzierung: können separat geplant und finanziert werden
Speicherart: Grünstromspeicher (bei EE-Anlage)
Co-Location Graustrom
Art: zwei unabhängige Systeme
Steuerung: dedizierte Wechselrichter
Strombezug: aus dem Netz
Planung und Finanzierung: können separat geplant und finanziert werden
Speicherart: Graustromspeicher
Stand-Alone
Art: alleinstehender Batteriespeicher
Steuerung: dedizierter Wechselrichter
Strombezug: aus dem Netz
Planung und Finanzierung: abgeschlossenes System
Speicherart: Graustromspeicher
Vermarktung von Co-Location-Anlage aus einer Hand steigert Erlöse
Aufgrund der Ausgestaltung einer Co-Location-Anlage, wird es besonders kompliziert, wenn zusätzlich unterschiedliche Eigentümerstrukturen oder Vermarktungsstrategien am gleichen Standort miteinander konkurrieren. Werden der Batteriespeicher und die Erzeugungsanlage also nicht vom selben Eigentümer betrieben oder von unterschiedlichen Vermarktern optimiert, kann die Wirtschaftlichkeit der Anlage darunter leiden. Der Grund? Versuchen beispielsweise zwei Eigentümer oder Vermarkter zur gleichen Zeit den Netzanschluss zu bedienen, kann das zur Überlastung des Anschlusses und folglich gegebenenfalls zur suboptimalen Ausnutzung beider Anlagen führen.
Idealerweise werden also beide Anlagen am Standort gemeinsam vermarktet. Der Vermarkter kann dann genau analysieren zu welchem Zeitpunkt die jeweiligen Anlagen am effizientesten genutzt werden können, um die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage zu maximieren. Auch etwaige Transferzahlungen zwischen den Anlagenteilen können so unproblematisch gelöst werden.
Cross-Market-Optimierung: Mehr Erlöse durch Marktvielfalt
In Kombination mit einer Cross-Market-Optimierung lassen sich außerdem wirtschaftliche Vorteile realisieren, die über klassische Modelle hinausgehen. Die Cross-Market-Optimierung beschreibt die gleichzeitige Vermarktung von Batteriespeichern über mehrere Märkte. Dazu gehören Day-Ahead, Intraday-Auktionen, Intraday-Continuous sowie Regelenergiemärkte wie SRL und PRL. Ziel ist es, die Flexibilität des Speichers voll auszunutzen und die Erlöse durch die Wahl des richtigen Marktes zum richtigen Zeitpunkt zu maximieren.
Im Gegensatz zur klassischen Direktvermarktung erlaubt dieser Ansatz eine dynamische Reaktion auf Marktbewegungen. Besonders in Zeiten häufiger negativer Preise und hoher Volatilität bietet die Cross-Market-Strategie klare Vorteile. Die Anlagen müssen dafür aber bereits gewisse technische Voraussetzungen wie die volle Betriebsbereitschaft und die Prä-Qualifikation für Regelenergiemärkte erfüllen.
Für wen lohnt sich Co-Location?
Generell lohnt sich Co-Location in vielen Fällen, da die Kombination aus Erzeugung und Speicherung ein robusteres Geschäftsmodell schafft, das besser auf volatile Märkte reagieren kann. Besonders lohnt sich Co-Location für…
Anlagenbetreiber
Betreiber, die bereits Windkraft- oder Photovoltaikanlagen betreiben oder neue Anlagen errichten, die bereits eine Genehmigung für einen Netzanschluss erhalten haben, jedoch keinen eigenen Netzanschluss für einen Batteriespeicher bekommen. Durch Co-Location können diese die Erlöse ihrer bestehenden Anlage durch die Integration eines Flexibilitäts-Assets steigern.
Unternehmen mit hohem Eigenverbrauch und Netzanschluss
Durch Integration eines Batteriespeichers am Standort kann die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz verringert werden.
Unser Vermarktungsansatz für Co-Location-Batteriespeicher
Vergangene Batteriespeicherprojekte haben uns gezeigt, dass nicht jedes Vermarktungsmodell zu jedem Batteriespeicher oder jeder Risikobereitschaft passt. Wir bieten deshalb verschiedene Erlösmodelle, abgestimmt auf die Risikopräferenz der Betreiber: Ob Profit Share, Tolling, Kombimodelle, oder ein Hybrid-PPA, wir passen die Batterievermarktung an das jeweilige Projekt an. Hinter jedem dieser Erlösmodelle steht unsere Handelsplattform, die rund um die Uhr von einem Expertenteam betreut wird.
Möchten Sie mehr zu unserer Batterievermarktung erfahren? Oder haben Sie Fragen?
Informationen zu unserer Batterievermarktung, mit und ohne Co-Location, sowie unser Kontaktformular haben wir für Sie gebündelt bereitgestellt. Wir freuen uns über Ihre Nachricht.