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Der Anteil erneuerbarer Energien weltweit: Fakten, Trends und Herausforderungen
Der Erneuerbaren-Anteil weltweit kurz zusammengefasst:
- Der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Strommix steigt seit 2010 kontinuierlich. Große Teile der Welt machen große Fortschritte, während einige Länder in Westasien und Afrika noch stark auf fossile Energie setzen.
- Erzeugungsanlagen mit Batteriespeichern helfen, wetterbedingte Schwankungen auszugleichen und die Versorgung zu sichern. erzielt werden.
- Deutschland ist auf einem guten Weg, 2024 war das Rekord-Jahr für den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix. 2025 wurden im Rekordmonat Juni circa 75% des deutschen Strommixes aus regenerativen Energien erzeugt, der Rekord für das gesamte Jahr wurde aber knapp verfehlt.
Die globale Entwicklung des Energiemixes seit 2010
Der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Strommix nimmt nicht nur in Deutschland kontinuierlich zu. In den vergangenen Jahrzehnten haben immer mehr Länder in die Erzeugung grüner Energie investiert und damit zum derzeitigen historischen Höchststand beim Ausbau erneuerbarer Energien beigetragen. Die Haupttreiber für diese Entwicklungen sind technologische Innovationen und sinkende Kosten für nachhaltige Energietechnologien.
Status Quo: Die Energiewende in vollem Gange
Eine Studie des Fraunhofer Instituts zeigt die sogenannten Stromgestehungskosten, also die durchschnittlichen Erzeugungskosten pro Kilowattstunde Strom für Deutschland im Jahr 2024.

Sie zeigt, dass erneuerbare Energien in Kombination mit Batteriespeichern mittlerweile günstiger Strom als Kohle-, Gas- und Kernkraft erzeugen und prognostiziert, dass die Kosten für Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2045 weiter sinken werden. Zurückzuführen sei das, unter anderem, auf die hohen Kosten für CO2-Zertifikate und die potenziell deutlich geringere Ausnutzung von konventionellen Kraftwerken.
Flexible Kraftwerke, beispielsweise auf Basis von Erdgas gewinnen trotz höherer Stromgestehungskosten weiterhin an Bedeutung, da sie die nötige Flexibilität bieten, um die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien sinnvoll zu ergänzen. Flexible Kraftwerke werden daher in naher Zukunft als Ergänzung zu den herkömmlichen Energieerzeugungsanlagen dienen und als Backup betrieben werden.
Weltweiter Vergleich des Anteils der Erneuerbaren Energien am Strommix
Weltweit zeichnet sich ein Trend hin zu den erneuerbaren Energien ab. Seit 2010 haben politische Maßnahmen in diesem Bereich und die sinkenden Produktionskosten für Wind- und Solarenergie dazu beigetragen, dass der Erneuerbaren-Anteil am weltweiten Strommix auf 32% gestiegen ist, ein Zuwachs von 12 Prozentpunkten seit dem Jahr 2010.
Dazu tragen auch Länder mit großen Wasserkraftressourcen, wie Norwegen, Brasilien oder Kanada bei. Dort liegt die Wasserkraft auf einem historischen Hoch. Auch in Staaten wie Chile, Kolumbien oder Neuseeland ist Wasserkraft dafür entscheidend, dass über 60% der Energie aus erneuerbarer Energie gewonnen werden kann.
Regionale Unterschiede
Regional gibt es weiterhin starke Unterschiede. In Europa ist der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix im Jahr 2025 auf ca. 42 % gestiegen. Auch China und die USA verzeichnen seit 2010 deutliche Zuwächse: In China liegt der Anteil inzwischen bei 37 %, in den USA bei 26 %. In vielen Ländern Westasiens und Afrikas ist dieser Trend jedoch noch nicht so stark zu erkennen. Dort spielen erneuerbare Energien trotz hoher Potenziale bisher eine geringere Rolle im Strommix.

Energiewende in Afrika und Westasien
In Afrika und Teilen Westasiens wird nach wie vor stark auf konventionelle Energiequellen wie Öl und Erdgas gesetzt. Dabei birgt insbesondere Afrika enorme Potenziale für Wasserkraft und Solarenergie, immerhin liegen sechs der zehn Länder mit der weltweit höchsten Sonneneinstrahlung auf diesem Kontinent. Dank der stark gesunkenen Produktionskosten für Solar- und Windenergie eröffnen sich neue Möglichkeiten, um verstärkt in regenerative Energien zu investieren und sich diesen Technologien gegenüber zu öffnen.
Dennoch bleibt die Herausforderung groß: Über 40 % der afrikanischen Bevölkerung – das sind mehr als 600 Millionen Menschen – haben weiterhin keinen Zugang zu Strom. Die regionalen Unterschiede sind dabei gravierend: Während in Nordafrika nahezu alle Menschen mit Elektrizität versorgt sind, lebt die Mehrheit der Bevölkerung in der Subsahara-Region ohne Stromanschluss in den eigenen vier Wänden. Auch das darf im Kontext der globalen Energiewende nicht übersehen werden.
Wie ist der aktuelle Strommix in Deutschland?
Deutschland hat sich dazu verpflichtet, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 65% zu senken. Außerdem sollen bis zu diesem Zeitpunkt 80% des produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen.
Und tatsächlich ist Deutschland auf einem guten Weg. Im Jahr 2024 wurde ein Allzeit-Hoch verzeichnet, bei dem der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Nettostromerzeugung bei 58,6% lag.
Dieser Rekord wurde im Jahr 2025 nur knapp verfehlt. Im Juni 2025 erreichte Deutschland jedoch zum ersten Mal ein Rekordhoch von 75% Strom aus regenerativen Quellen.

Wieso benötigen wir die erneuerbaren Quellen?
Es ist kaum vorstellbar, welche Energiemengen eine einzige Anlage für erneuerbare Energien liefern kann. In unseren Beispielen zeigen wir, wie viel Strom moderne Erneuerbaren-Anlagen erzeugen.
Beispiel 1: moderne Windkraftanlage bei durchschnittlicher Windgeschwindigkeit
Innerhalb einer Umdrehung, die im Schnitt nur 10 Sekunden dauert, werden ganze 12 kWh Strom produziert. Rechnet man dies in ein alltägliches Beispiel um, ergibt das bspw. 400 Tassen Kaffee aus einer Filtermaschine.
Das zeigt, innerhalb kürzester Zeit kann enorm viel Energie gewonnen werden. Denn das Beispiel zeigt nur eine einzelne Windkraftanlage, und keinen vollkommen repowerten Windpark.

Beispiel 2: Solaranlage bei durchschnittlicher Bewölkung
Selbst im Winter ist eine Solaranlage noch ein echter Stromlieferant. An einem sonnigen Wintertag kann ein Modul noch immer etwa 1,5 kWh erzeugen. Selbst bei dichter Bewölkung sind es noch 0,6 kWh. Das klingt zwar nach wenig, reicht aber noch für alltägliche Strombedarfe. Denn mit 0,6 kWh kann eine LED-Lichterkette beispielsweise ca. 126 Stunden leuchten.

Beispiel 3: klimaneutrales Biomassekraftwerk
Biomasse umfasst viele verschiedene Materialien, wie Altholz, Waldrestholz, Straßenbegleitbegrün oder Grünschnitt. Bei unseren Biomassekraftwerken erzeugen wir hauptsächlich Energie durch die Verbrennung von zerkleinertem Altholz, z.B. aus alten Möbeln und sonstigem Sperrmüll oder sogar aus ausgedienten Bahnschwellen. Auch Waldrestholz, Straßenbegleitbegrün und Grünschnitt können in Biomasseheizkraftwerken landen.
Dabei gilt: Ein Kilogramm Altholz ist eine Kilowattstunde Strom. So könnte man beispielsweise mit einem Kilogramm Altholz eine Fuhre Wäsche in der Waschmaschine waschen.

Erneuerbaren-Anlagen bleiben jedoch weiterhin volatil, das heißt sie sind wetterabhängig. Dadurch müssen wir weitere Möglichkeiten finden, diese Volatilität auszugleichen. Dafür kommen beispielsweise Hybridkraftwerke, Co-Location-Anlagen oder Stand-Alone-Batterien in Betracht. Speichertechnologien gewinnen auch deshalb immer weiter an Bedeutung: Sie können eine resiliente Energieversorgung aus erneuerbaren Energien unterstützen.
Quellenangaben
Die Daten zum Strommix haben wir auf folgenden Seiten eingesehen: