
Wie wird ein Solarpark gebaut? So entstand das größte PV-Batteriespeicher-Hybridkraftwerk im EEG
Solarparks gewinnen auf offenem Feld umweltfreundlich Energie. Schon aufgrund ihrer Größe können sie mehrere tausend oder sogar einige zehntausend Haushalte versorgen. So entstand unser Solarpark in Zerbst.
Besonders PV-Batteriespeicher-Hybridkraftwerke und Co-Location-Anlagen entstehen jetzt immer häufiger. Denn die Kombination beider Technologien sorgt, unter anderem, für mehr Stabilität im Stromnetz. Deutschlands derzeit größtes Planungsprojekt im EEG für eine Kombination aus Solarpark und Batteriespeicher haben wir im November 2025 in der Gemeinde Zerbst/Anhalt in Sachsen-Anhalt eröffnet.
Für große Solarparks nehmen Bau und vor allem die sorgfältige Planung einige Zeit in Anspruch. Die Konstruktion lässt sich normalerweise in fünf Phasen einteilen. Anhand unseres Projektes in Zerbst, zeigen wir wie der Bau abläuft.

Phase 1 – Flächensuche: Wo darf ein Solarpark entstehen?
Die möglichen Flächen für große Solaranlagen werden grundsätzlich von den Gemeinden und Bundesländern auf Basis gesetzlicher Vorgaben bestimmt. Wir prüfen die Flächen auf Eignung und treten an passenden Standorten mit den Eigentümern sowie den Kommunen in Kontakt. Bei diesen Gesprächen geht es um die konkreten Bedingungen für den Betrieb einer Freiflächensolaranlage. In Zerbst haben wir damit schon im Jahr 2021 begonnen. Generell dauert diese erste Phase üblicherweise rund sechs Monate.

Phase 2 – Planung und Genehmigung: Welche Richtlinien müssen beachtet werden?
Waren die ersten Gespräche erfolgreich, beginnen wir mit der technischen Planung der Anlage. Dazu zählt unter anderem die Entscheidung über die Größe der Anlage. Wir lassen durch Fachleute die notwendigen Gutachten zu Naturschutz, Eignung der Böden oder Sichtbarkeit in der Landschaft prüfen und beantragen die vorgeschriebenen Genehmigungen bei den zuständigen Behörden.
Tatsächlich macht diese Planungsphase am meisten Zeit aus. Bei so großen Solarparks wie in Zerbst kann sie bis zu zwei Jahre dauern.

Phase 3 – Vorbereitung des Geländes: Was muss vor dem Baustart beachtet werden?
Wenn die zuständigen Ämter den Bau der Anlagen geprüft und genehmigt haben, beginnen die eigentlichen Bauarbeiten.
In Zerbst fiel der Startschuss für die Bauvorbereitungen mit dem Spatenstich im Oktober 2024. Zunächst wurden Zufahrtswege und Verkabelungskanäle gelegt. Dabei nutzten wir auch aus ökonomischen Gründen nach Möglichkeit bereits vorhandene Wege. Neue Wege asphaltieren wir generell nicht, sondern schottern sie lediglich, so dass Regenwasser im Solarpark versickern kann. Dann folgen die ersten stark sichtbaren Veränderungen.

Pfähle und Montageaufbau
Ab Februar 2025 bearbeiteten schwere Maschinen das über 40 Hektar große Gelände in Zerbst. Nachdem die genaue Positionierung der einzelnen Solarmodule festgelegt wurde, musste die Montage der Unterkonstruktionen vorbereitet werden. Dafür werden an sämtlichen Stellen, an denen später Solarmodule stehen, Pfähle tief in den Boden getrieben. Dies geschieht mit Hilfe einer hydraulischen Pfahlramme. Die Pfähle aus verzinktem Stahl sorgen für die notwendige Stabilität und Verankerung der Solarmodule, damit diese in Zukunft sicher und effizient betrieben werden können.
Ein großer Vorteil dieser Art von Unterkonstruktion ist, dass der überwiegende Teil des Bodens unversiegelt bleibt. Damit kann Regenwasser weiterhin gut ablaufen und versickern. Und wenn der Solarpark am Ende der Laufzeit wieder abgebaut wird, kann die Unterkonstruktion mit geringem Aufwand aus dem Boden gezogen werden.
In Zerbst hat es etwa zwei Monate gedauert, bis die gesamte Fläche von über 40 Hektar mit Pfählen bestückt war.

Fundamente für die Batteriespeicher
Zeitgleich mit der Montage der Unterkonstruktionen für die Solarmodule, bereiteten wir an anderer Stelle im Park in Zerbst die Anlieferung der Batteriespeicher vor. Diese Speicher sind ein wichtiger Bestandteil des Solarparks: Sobald die Solarmodule tagsüber mehr Elektrizität erzeugen als benötigt, füllen sich die Batterien und geben den Strom erst wieder ans Netz, wenn das Angebot sinkt und die Nachfrage steigt.
Um die Batteriespeicher sicher und stabil zu verankern, wurden die Fundamente aus Beton gegossen. Sie sorgen dafür, dass die Batteriespeicher fest und sicher stehen und den Witterungsbedingungen standhalten.

Erdverkabelung
Eine weitere wichtige Etappe für die Vorbereitung des Geländes ist die Verlegung der Erdverkabelung. Die Kabel dienen dem Anschluss des Solarparks sowie der Batteriespeicher und verbinden die Technologien miteinander, um die erzeugte Energie von A nach B zu transportieren.
Die Kabel werden in einer Tiefe von 80 cm bis 1 m verlegt, um sie vor äußeren Einflüssen wie Frost oder mechanischen Beschädigungen zu schützen. Zunächst müssen dafür also Gräben mit Hilfe von Baggern ausgehoben werden. Diese Gräben verlaufen über das gesamte Gelände und verbinden die verschiedenen Komponenten des Solarparks miteinander.
Anschließend werden die Kabel sorgfältig in die Gräben gelegt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Kabel nicht beschädigt werden und korrekt positioniert sind. Anschließend werden die Gräben wieder verschlossen, indem die ausgehobene Erde zurückgeführt und verdichtet wird. So sind die Kabel sicher im Boden eingebettet.
Auch die Vorbereitungsphase kann relativ viel Zeit in Anspruch nehmen und ist meist nach einem halben bis einem ganzen Jahr abgeschlossen.

Phase 4 – Installation der Solarmodule und Batteriespeicher: Das Herzstück der Bauphase
Erfahrene Fachleute kümmern sich um den ordnungsgemäßen und sicheren Bau des Solarparks. Nun werden die Batterie-Cubes und Solarmodule installiert, die später Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandeln und ans Netz abgeben.

Anlieferung der Batteriespeicher
Hierbei ist Präzisionsarbeit gefragt! Die leistungsstarken Batteriespeicher werden mit speziellen Schwerlasttransportern angeliefert. Die Fahrzeuge manövrieren präzise und sicher auf die vorbereiteten Betonfundamente, wo die einzelnen „Batterie-Cubes“ mithilfe von Kränen vorsichtig abgeladen und positioniert werden. Jedes Detail wird überwacht, um sicherzustellen, dass die Batteriespeicher unversehrt an ihren endgültigen Platz gelangen.
Sobald die Batteriespeicher auf den Betonfundamenten platziert sind, geht die Arbeit an der Verkabelung weiter.
Im Solarpark Zerbst trafen insgesamt 88 dieser „Batterie-Cubes“ ein. Im Inneren der zweieinhalb Meter langen, geschlossenen Einhausung befindet sich ein großer Lithium-Ionen-Akku – ähnlich wie er in kleineren Dimensionen in Laptops, Handys oder E-Autos verbaut wird.

Montage der PV-Module
Jetzt wird’s sonnig! In dieser Bauphase erfolgt die Montage der rund 73.000 Photovoltaik-Module. Die Module werden in Seecontainern per Lkw zur Baustelle geliefert. Dort angekommen, werden sie vorsichtig entladen und mithilfe von Spezialfahrzeugen und Hebewerkzeugen zu ihren vorgesehenen Montageplätzen transportiert.
Dort beginnt die eigentliche Montagearbeit: Jedes Modul wird sorgfältig auf der Unterkonstruktion befestigt und exakt ausgerichtet, damit es das Sonnenlicht optimal einfangen kann. Die Ausrichtung und der Neigungswinkel sind entscheidend für die Effizienz der Stromerzeugung – hier zählt jedes Grad!
Sobald die Module montiert sind, werden sie miteinander verkabelt. Im Solarpark in Zerbst sind immer jeweils 27 Module zu einem sogenannten „String“ zusammengeschaltet. Innerhalb dieser Strings fließt zunächst Gleichstrom (DC). Dieser wird zu Wechselrichtern geleitet, die den Gleichstrom in Wechselstrom (AC) umwandeln, so wie er auch in Haushalten genutzt wird.

Phase 5 – Netzanschluss und Inbetriebnahme: So kommt der Solarstrom zum Stromverbraucher.
Im letzten Schritt verbinden Fachleute die Anlage mit dem Stromnetz. Nach Sicherheitstests nehmen sie die Anlage schrittweise in Betrieb.

Netzanschluss und Inbetriebnahme des Umspannwerks in Zerbst
Ein zentraler Schritt auf dem Weg zur Stromproduktion ist der Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Im September 2025 konnte das erforderliche Umspannwerk planmäßig fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.
Das Umspannwerk übernimmt eine Schlüsselrolle: Es wandelt den im Solarpark erzeugten Strom auf die für die Netzeinspeisung erforderliche Spannungsebene um. Damit bildet es die technische Schnittstelle zwischen der dezentralen Erzeugungsanlage und dem überregionalen Versorgungsnetz.
Die Verbindung zwischen dem Solarpark und dem Umspannwerk erfolgt über eine rund sechs Kilometer langes Erdkabel. Diese Leitung wurde parallel zu den Bauarbeiten am Solarpark realisiert und auf die technischen Anforderungen der Einspeisung abgestimmt. Die Inbetriebnahme der elektrischen Infrastruktur wurde durch umfangreiche Prüfungen und Messungen begleitet, um die Einhaltung aller relevanten Normen, Sicherheitsvorgaben und Netzanschlussbedingungen sicherzustellen.

Der Solarpark ist fertiggestellt: Was kommt jetzt?
Der Solarpark wandelt nun Sonnenenergie in elektrischen Strom um und speist ihn ins Netz ein. Der Verkauf des Stroms erfolgt entweder direkt an Unternehmen in der Region, über die Strombörse, oder der Strom wird nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vollständig ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz
Unabhängig von den eigentlichen Baumaßnahmen spielt auch der Schutz von Flora und Fauna eine zentrale Rolle. Eine Besonderheit unseres Projekts in Zerbst ist der Baggersee im Zentrum des Solarparks, umgeben von Buschwerk und Bäumen. Diese Biotope sind Lebensraum zahlreicher Tierarten – von Amphibien und Reptilien bis hin zu Vögeln und Kleinsäugern. Schon in der Planungsphase war klar: Dieser Bereich muss erhalten und geschützt werden.
Daher wurden schon während des Baus rund um den See sogenannte Trockenhabitate aus Steinhaufen und Totholz angelegt. Sie bieten Rückzugsorte für Eidechsen, Kröten und andere Kleintiere und bleiben auch nach Abschluss der Bauarbeiten bestehen. Ein bodennaher Amphibien- und Eidechsenzaun sorgte zusätzlich dafür, dass die Tiere nicht versehentlich in den Baustellenbereich gelangen.
Der Artenschutz endet jedoch nicht mit der Bauphase. Auch nach Fertigstellung des Solarparks dienen unsere Hecken mit heimischen Gehölzen rund um das Gelände nicht nur als Sichtschutz, sondern auch als Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Insekten.
Laufzeitende: Was passiert mit einem alten Solarpark?
Nach dem Ende der Laufzeit von meist 30 Jahren bauen wir den Park wieder ab. Die Gelder dafür stellen wir wie gesetzlich vorgeschrieben schon bei Baubeginn zurück. Sollte ein Solarunternehmen in Konkurs gehen, hat die Gemeinde sicheren Zugriff auf dieses Geld.
Die Bauteile des Solarparks werden zu mehr als 90 Prozent recycelt, um die wertvollen Rohstoffe erneut nutzen zu können. Wo dies nicht möglich ist, garantieren wir die fachgerechte Entsorgung. Die Recyclingwirtschaft verbessert dabei laufend ihre Verfahren. Wir gehen davon aus, dass in 30 Jahren nahezu alle in Solarparks eingesetzten Materialien vollständig wiederverwendet werden können.

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